Betroffene zeigen Konsequenzen auf

Brief an Politik wegen akuter Krippenplatznot

Wildeshausen - Nach den derzeitigen Plänen kann die Stadt Wildeshausen in diesem Jahr keine neuen Krippenplätze anbieten, obwohl es schon für die Zeit ab dem 1. August 28 Anmeldungen von Eltern gibt, die dringend Hilfe benötigen (wir berichteten).

Nun machen Mütter und Väter mobil und wollen sich an die Stadtverwaltung sowie die politischen Parteien in Wildeshausen wenden, um ihr Anliegen zu verdeutlichen. Beispielhaft haben Yvonne Stephan und Florian Salzmann ein Schreiben verschickt, in dem sie aufzeigen, dass fehlende Krippenplätze dauerhaft massive finanzielle und berufliche Konsequenzen für junge Familien haben können.

„Im vergangenen Jahr haben wir unsere inzwischen einjährige Tochter an mehreren Kindertagesstätten in Wildeshausen angemeldet und uns auf einen Betreuungsplatz beworben. Leider wurden wir bei der Vergabe der Krippenplätze nicht berücksichtigt, sodass wir uns für das Jahr 2017 erneut an mehreren Kindertagesstätten in Wildeshausen angemeldet haben. Leider wurden wir erneut nicht berücksichtigt. Hinzu kam jetzt auch noch die zweite Anmeldung für unseren Sohn, der im Dezember ein Jahr alt wird, allerdings bei der Vergabe ebenfalls nicht weiter berücksichtigt wurde. Ablehnende und begründende Bescheide erhält man im Rahmen der Antragstellung leider nicht“, schreibt das Paar.

Unverständnis über späte Reaktion der Stadt

Die Wildeshauser leben seit mehr als zehn Jahren in der Kreisstadt, arbeiten aber in Bremen. Für Yvonne Stephan ist die zwingende Wiederaufnahme des Berufes in 2018 notwendig, zumal Ende 2017 die Zahlung des Elterngeldes ausläuft und finanzielle Engpässe drohen.

Zwar hat die Familie im Rahmen des nachträglichen Vergabeverfahrens nun glücklicherweise einen Krippenplatz für die Tochter bekommen, doch für den Sohn gibt es derzeit noch keine Betreuungszusage. „Die Tagesmütter in Wildeshausen kommen aufgrund mangelnder Betreuungszeiten und eines höheren Betreuungssatzes, der uns an eine finanzielle Belastungsgrenze bringt, nicht infrage“, teilen die Eltern mit und fragen sich, wieso die Stadt erst so spät reagiert hat und nur Zusagen als Bescheid versendet – nicht aber Absagen. „Uns persönlich ist es wichtig, dass das Betreuungsangebot schnellstmöglich ausgebaut wird und mehr Plätze zur Verfügung stehen. Nicht nur für uns, sondern für alle Betroffenen“, schreiben Stephan und Salzmann. In diesem Zusammenhang hoffen sie darauf, dass der Verwaltungsausschuss schon am Donnerstag, 11. Mai, die Weichen stellt und nicht erst zum 15. Juni. Dann nämlich würde es noch länger dauern, bis das Betreuungsangebot in der Kreisstadt ausgebaut werden kann.

dr

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