Bridge-Verein Wildeshausen räumt mit angestaubtem Klischee auf/Neuer Kursus

Nicht nur für Ladys zum Tee

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In die Karten geschaut: Seit einem Jahr läuft der Anfängerkurs an der Wilhelmshöhe.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. „Es sind alte Ladys, die bei einer Tasse Tee gemütlich Bridge spielen.“ Dieses Klischee haftet dem Kartenspiel an. „Nein“, sagen die Vorstandsmitglieder des Bridge-Vereins Wildeshausen, „das ist ein Ammenmärchen, Bridge ist eine Sportart, die volle Konzentration erfordert und auch jüngere Menschen in ihren Bann ziehen kann.“

Derzeit läuft in den Vereinsräumen an der Wilhelmshöhe in der Kreisstadt bereits seit einem Jahr ein Anfängerkurs. Mit dabei ist Ulrich Thiel, der nach eigenen Angaben schon seit vielen Jahren Doppelkopf und Skat spielt: „Ich kannte Bridge nicht. Habe mir als Kartenspieler aber gedacht, dass es schon gehen wird. Und jetzt, nach einem Jahr, fühle ich mich immer noch wie ein Anfänger.“ Das liege eindeutig daran, dass Bridge ein überaus kompliziertes Spiel sei: „Es wird behauptet, dass es noch komplexer ist als Schach. Und dieser Meinung möchte ich mich anschließen.“

Die Leitung des Kurses hat Sportwartin Sigrid Schulze Temming-Hanhoff, die seit nunmehr 28 Jahren Bridge spielt: „Es ist der erste Kursus, den ich leite. Nachdem Irmgard Peters, die sonst die Seminare geleitet hat, verstorben war, bin ich praktisch ins kalte Wasser gesprungen.“ Es sei zweifelsohne eine große Herausforderung. „Es ist schon spannend, Anfängern all das Wissen zu vermitteln. Ziel ist es, die Grundbegriffe so weiterzugeben, dass die Kursteilnehmer turniermäßig spielen können.“

Dazu hätten sie regelmäßig im Verein die Möglichkeit. „Wir spielen zweimal in der Woche ein Vereinsturnier. Das erstreckt sich jeweils über etwa vier Stunden“, betont Temming-Hanhoff. Diese Tatsache sei der Beweis dafür, dass Bridge nicht einfach nur so ein Spiel sei, das mal so nebenbei gespielt werden könne: „Es fordert von der ersten bis zur letzten Minute volle Konzentration.“

Diese Aussage kann die Vorsitzende des Vereins, Christa Stroot, nur bestätigen: „Ich habe vor sieben Jahren mit Bridge begonnen. Vom ersten Tag an war klar, dass dabei volle Aufmerksamkeit gefordert ist. Und das eben über einen längeren Zeitraum.“ Daher trage Bridge eindeutig dazu bei, das Gehirn zu trainieren und die „grauen Zellen“ auf Trab zu bringen: „Logisches Denken sowie Strategie stehen daher ganz weit oben und müssen immer wieder praktiziert werden.“

Um all das Wissen auch in Zukunft weitergeben zu können, bietet Temming-Hanhoff im Februar einen weiteren kostenlosen Anfängerkursus an. „Da ich mit den Teilnehmern im Vorfeld noch ein Gespräch führen möchte, um die Termine festzulegen, sollten sich Interessierte am besten umgehend unter Telefon 04431/3674 bei mir melden“, sagt die Sportwartin.

„Sigrid ist mit Leib und Seele dabei, Anfänger ins Bridgespiel einzuführen“, betont die Vorsitzende. „Da hängt bei ihr viel Herzblut dran, was die Teilnehmer auch merken.“

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