Besitzerfamilie will Mietvertrag trotz Zuschusses der Stadt nicht verlängern

Wildeshauser Brennereimuseum vor dem Aus?

200 bis 250 Arbeitsstunden pro Jahr: Besitzer Karsten Kolloge steckt viel Zeit in die Brennerei.
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200 bis 250 Arbeitsstunden pro Jahr: Besitzer Karsten Kolloge steckt viel Zeit in die Brennerei.

Wildeshausen – Die Zukunft des Dampfkornbranntweinbrennereimuseums an der Wittekindstraße in Wildeshausen ist mehr als ungewiss. Wie berichtet, hat die Besitzerfamilie den seit 38 Jahren laufenden Mietvertrag mit dem Museumsverein zum Juni dieses Jahres gekündigt. Gleichzeitig hofften die Beteiligten, dass sich der Landkreis Oldenburg und die Stadt Wildeshausen an den Kosten des in ihren Augen unterfinanzierten Betriebs beteiligen würden.

Ersterer hat noch nicht darüber entschieden, während die Stadt im Herbst beschlossen hat, künftig 4 500 Euro pro Jahr zur Verfügung zu stellen. Diese Summe war auch beantragt worden, allerdings sind die Konditionen für die Auszahlung in den Augen von Brennerei-Besitzer Karsten Kolloge dermaßen abwegig, dass er nach wie vor keinen neuen Mietvertrag unterschreiben will.

Erhalt der Brennerei nicht mehr möglich?

In einem Schreiben Kolloges an die Vorstandsmitglieder des Vereins, das er unserer Zeitung zur Verfügung gestellt hat, schreibt der aus Wildeshausen stammende Ganderkeseer: „Mit einer solchen Konstruktion ist meines Ermessens der Satzungszweck des Vereins, die Erhaltung der Brennerei-Anlage als Museum sicherzustellen, nicht zu erreichen. Vor diesem Hintergrund scheidet für mich die Möglichkeit, nach Auslaufen des alten Mietvertrages einen neuen Mietvertrag abzuschließen, aus.“

Mit der Konstruktion meint Kolloge, dass die institutionelle Förderung durch die Stadt nach den Richtlinien der Kulturförderung laufen müsse. Diese sähen vor, dass es keine Zuschüsse für Bau- und Renovierungsmaßnahmen gibt und auch keine Förderungsgelder für größere Maßnahmen angespart werden können, sondern zurückgegeben werden müssen. A1ußerdem sei festgelegt, dass der Brennereiverein erst einmal seine eigenen Mittel aufbrauchen muss, bevor er Mittel von der Stadt beantragen kann. „Das bedeutet, dass er wegen seiner Rücklagen und der laufenden Einnahmen in den ersten Jahren gar keine Mittel bekommt, sondern erst dann, wenn er de facto pleite ist. Gleichzeitig muss der Verein aber Forderungen der Stadt erfüllen“, ärgert sich Kolloge. So verlange die Stadt unter anderem regelmäßige Öffnungszeiten. Ein Modell, das schon einmal erprobt wurde – jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr. Die Resonanz sei gering gewesen, sagt der Brennerei-Besitzer, der mit Engagierten aus dem Verein und Familienmitgliedern viel Herzblut in das Gebäude gesteckt hat.

Kolloge spricht allein von 200 bis 250 Arbeitsstunden pro Jahr für ihn selbst. Nur durch den Idealismus seiner Mitstreiter sei es möglich, dass der Verein mit einem Jahresbudget von 5 000 Euro hinkomme. „Mir ist bewusst, dass jeder und jede von euch viel Idealismus und Zeit in dieses Projekt Brennereimuseum gesteckt hat. Wir haben gemeinsam viel bewegt für Wildeshausen, obwohl das Projekt von der Stadt seit vielen Jahren mit nur zwei Euro pro Jahr bezuschusst wurde. Trotzdem haben wir viel Freude gehabt und bereitet“, schreibt Kolloge an die Vorstandsmitglieder.

Übergabe an die nächste Generation

In den vergangenen 38 Jahren habe seine Familie dem Verein die Brennerei quasi kostenfrei überlassen und beim Instandsetzen sowie zuletzt beim Instandhalten unterstützt, so der Ganderkesee, dessen Familie schon lange in Wildeshausen aktiv ist. „Ihr wisst, wie sehr mir das Brennereimuseum am Herzen lag und liegt, und manche wissen auch, wie viel ich seit 43 Jahren dafür geopfert habe. Aber ihr werdet nachvollziehen können, dass ich von keinem meiner Söhne erwarten kann, dasselbe zu tun“, schließt das Schreiben. Kolloge geht es darum, die Brennerei an die nächste Generation weiterzugeben – aber nur mit einem dauerhaft tragfähigen Konzept, das keine jahrzehntelange Verpflichtung für seine Söhne bedeutet. Das sieht Kolloge offenbar angesichts der geforderten Modalitäten der Stadt nicht gewährleistet.

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