Thomas Bannas muss Betrieb in Lohmühle schließen

Brauerei ist dicht

Bessere Zeiten: Lange Jahr lief der Betrieb für Braumeister Thomas Bannas gut. Dann kam Corona. 
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Bessere Zeiten: Lange Jahr lief der Betrieb für Braumeister Thomas Bannas gut. Dann kam Corona. Archiv

Lohmühle – „Wenn du feststellst, dass du ein totes Pferd reitest, musst du irgendwann absteigen“, sagt Braumeister Thomas Bannas aus Lohmühle. Schweren Herzens musste er einsehen, dass seine Privatbrauerei in der Wildeshauser Landgemeinde zurzeit wirtschaftlich nicht rentabel arbeiten kann. Deswegen zog der Braumeister die Notbremse und schloss den Betrieb zum 30. Juni. Die Brauanlage ist bereits verkauft.

„Das war einer der Gründe für meine Entscheidung“, sagt Bannas im Gespräch mit unserer Zeitung. Es habe einen Interessenten für die Anlage gegeben, und zeitgleich habe er einfach keine Perspektive mehr gesehen. Denn die kleine, aber feine Brauerei hat ihr Geld vor allem mit Fassbier verdient, das in der Gastronomie sowie bei öffentlichen und privaten Feiern getrunken wurde. Und dieser Markt ist wegen der Corona-Pandemie praktisch über Nacht weggebrochen. Bannas verkaufte zwar auch Flaschenbier, aber die Abfüllung ist erheblich arbeitsintensiver, was die Marge im Vergleich zum Fassbier schmälert.

„Du musst ehrlich zu dir sein und irgendwann umschalten von ARD (Alle reden durcheinander) auf ZDF (Zahlen, Daten, Fakten)“, erklärt Bannas, wie er sich zur Schließung durchgerungen hat. „Natürlich ist das schlecht, weil ich hier jahrelang reingehauen habe und viel Herzblut an der Brauerei hängt, aber ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende.“

Dabei hatte sich der Betrieb in den vergangenen Jahren Stück für Stück entwickelt. Bannas konnte seine Geschäftsidee seit 2013 auf dem etwas abgeschiedenen Hof seines Bruders verwirklichen. Der Absatz entwickelte sich, das Bier wurde zum Beispiel im LiLi-Servicekino ausgeschenkt. „Es war die Taktik der kleinen Schritte. Wir haben immer nur das investiert, was wir auch verdient haben“, sagt Bannas.

Aber das Geschäftsmodell einer kleinen, regionalen Brauerei trug. Schließlich bildete er sogar selbst aus. Der Lehrling konnte trotz Corona in diesem Sommer noch seinen Abschluss machen, und das so gut, dass die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer ihn gleich zum Landeswettbewerb der Brauer und Mälzer gemeldet hat. „Dass er fertig wird, war eins meiner Ziele“, freut sich Bannas über den Erfolg seines Schützlings. Seine fünf 450-Euro-Kräfte musste er jedoch gleich zu Beginn der Krise entlassen.

Dass Bannas den Schlüssel umgedreht hat, hängt auch mit den Aussichten zusammen. „Wir hätten jetzt privates Geld investieren müssen“, sagt er und meint damit seine Frau und sich. Das sei ihm zu riskant. „Für dieses Jahr wird es kaum noch Veranstaltungen geben. Und nächstes Jahr bin ich mir da auch nicht sicher.“ Da erschien es ihm sicherer, einen sauberen Schluss zu machen und das Lager abzuverkaufen.

Trotzdem mag der Braumeister noch nicht aufgeben. Er hat sich mit dem Kollegen Udo Venema zusammengetan, der ein Brauhaus in Abbehausen (Stadtteil von Nordenham) betreibt. Dort ist Bannas mehrere Tage in der Woche tätig. Für das Wochenende vom 11. und 12. September ist ein Hopfen- und Bierfest geplant, bei dem sich mehrere regionale Brauereien präsentieren. „Die Marke ,Bannas‘ lebt noch“, betont der Braumeister aus Lohmühle, der in Abbehausen weiter an seinem Bier feilt und bei Interesse auch das ein oder andere Fässchen für Kunden in Wildeshausen mitbringt. „Wir igeln uns jetzt ein. Und im Frühling stecken wir den Kopf raus und beurteilen die Lage.“

Von Ove Bornholt

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