Jugendliche Täter konnten zweimal entkommen

Brandstiftung war der dritte Fall

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Einige Wochen geschlossen: Die St.-Peter-Kirche in Wildeshausen ist durch Schadstoffe belastet.

Bei der Brandstiftung vom Freitagnachmittag in der Wildeshauser St.-Peter-Kirche handelt es sich schon um den dritten Fall innerhalb von 18 Monaten. Das teilte Provisor Bernhard Kramer von der katholischen Kirchengemeinde auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Wildeshausen – Vor rund eineinhalb Jahren habe man bereits Heranwachsende im Gotteshaus gesehen, die dort versucht hätten, zu zündeln. Die Jugendlichen, dem Vernehmen nach ein Mädchen und drei Jungen, seien zunächst frech geworden, als sie ertappt worden seien. Dann seien sie unerkannt geflüchtet.

Deutlich dramatischer sei die Situation vor einem Jahr gewesen. Damals hätten Heranwachsende, vermutlich die gleichen wie sechs Monate zuvor, mit Wachs herumgespielt und gezündelt. Auch da seien die Täter unerkannt entkommen. „Wir mussten den Boden gründlich reinigen, weil alles mit Wachs vollgetropft war“, so Kramer.

Die Kirchengemeinde hatte in beiden Fällen die Polizei gerufen, damit der Vorfall aktenkundig wird. Da die jugendlichen Täter aber nicht erwischt worden waren, gab es keine Konsequenzen.

Am Freitag stand die Kirche nun sogar kurz vor einem Brand der Kirchenbänke. Die Täter hatten versucht, mit Opferkerzen Gesangbücher anzuzünden. Das gelang nicht, aber das Sitzkissen einer Bankreihe schmorte komplett weg und entwickelte so viel Qualm, dass das Gotteshaus komplett verrußt wurde.

Die Schäden gehen offenbar noch über die geschätzten 80 000 Euro hinaus. „Es werden wohl mindestens 100 000 Euro, die für die Sanierung investiert werden müssen“, so Kramer. Am Sonnabend war eine Spezialfirma im Auftrag der Versicherung in der Kirche, um die Situation zu bewerten. „Die gesamte Decke ist voll mit Ruß“, zieht Kramer die bittere Bilanz. Zunächst müsse nun der schadstoffhaltige Feinstaub abgesaugt werden. Der Fußboden werde komplett abgeklebt. „Anschließend waschen die Experten die Wände und die Decke ab“, berichtet Kramer. Dazu müsse ein Gerüst aufgestellt werden.

Als letzten Schritt plant die Sanierungsfirma die Ozonisierung der gesamten Kirche, um den Brandgeruch zu beseitigen. „Bis dahin ist das Gotteshaus für die Öffentlichkeit gesperrt“, rechnet Kramer mit bis zu vier Wochen Schließung.

Immerhin können die Spezialisten voraussichtlich schon in den kommenden Tagen mit ihrer aufwendigen Arbeit beginnen, weil der Tatort von der Polizei freigegeben wurde.

Gereinigt werden müssen übrigens auch die Messdienergewänder sowie die Talare. Auch sie sind in der Sakristei durch den Rauch in Mitleidenschaft gezogen worden.

Glück im Unglück: Die christlichen Kirchen in Wildeshausen halten zusammen. Kramer berichtet, dass sowohl die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde die Alexanderkirche als auch die evangelisch-freikirchlichen Baptisten ihren Gemeindesaal am Anemonenweg als Ausweichort für die Katholiken angeboten haben. „Bürgermeister Jens Kuraschinski hat sich auch gleich bei mir gemeldet“, freut sich Kramer. Er hat angeboten, dass wir den Ratssaal nutzen können oder er hilft, andere Räume zu finden. Wie es für die Katholiken jetzt konkret weitergeht, ist aber noch nicht entschieden.

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