Borkenkäferbefall in der Wiekau

Knapp ein Hektar Wald entfernt

Bezirksförster Michael Feiner steht auf einem Holzstapel.
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Musste das Waldstück entfernen: Bezirksförster Michael Feiner kämpft gegen den Borkenkäfer an.

Das Waldstück der Familie Schirmer in der Wiekau, das massiv vom Borkenkäfer befallen war und abgeholzt werden musste (wir berichteten), soll wieder aufgeforstet werden. „Ein entsprechender Fördermittelantrag soll dazu heute noch unterschrieben und losgeschickt werden“, erklärte am Freitag Bezirksförster Michael Feiner, der auch für die Wiekau in Wildeshausen zuständig ist, zusammen mit den beiden Grundstückseigentümern Marlies und Ingo Schirmer.

Wiekau – Im Laufe dieses Jahres mussten etwa 7 500 Quadratmeter Wald an der Straße „Kleine Wiekau“ abgeholzt werden, damit sich der Borkenkäfer nicht verbreitet. „Wir sprechen hier von einem massiven Befall“, so Feiner. „Mir tut es auch im Herzen weh, einen solchen Bestand zu fällen, aber es musste nun mal sein.“

Die Aktion ist von Naturschützern massiv kritisiert worden. Anders als unterstellt, haben die Eigentümer jedoch keinen großen Nutzen von der Abholzung. „Der Zwangseinschlag ist nichts, um Profit zu machen“, erklärte der Förster. Im Gegenteil sei die Fällung eher ein finanzielles Desaster. Der Wert des Holzes sei durch den Schädling um mehr als die Hälfte reduziert worden. Zudem seien die Bäume noch nicht dick genug gewesen, als dass sich das Fällen gelohnt hätte. „Die Fichten hätten ohne den Käfer noch gut 20 bis 30 Jahre hier stehen können“, so Feiner.

Das Grundstück der Schirmers in der Wiekau: Hier waren vor rund einem Jahr noch alte Fichten zu sehen. Nun muss ein anderer Baumbestand her.

Dass sich Naturschützer darüber beschweren, dass die Fläche abgeholzt wurde, versteht Marlies Schirmer nicht. „Die Baumschützer, die sich aufgeregt haben, können gerne herkommen und uns wieder aufforsten helfen. Die Fläche wurde von meinem Opa in den 1930er-Jahren bepflanzt. Davor war hier nur Heide“, erzählt die Eigentümerin. „Das war der Spielplatz für unsere Enkel. Es ist traurig, was hier passiert ist.“

Da es sich um unter 20 Hektar befallenen Wald gehandelt hat, könnte die Wiederaufforstung vom Land Niedersachsen mit 90 Prozent der Nettokosten gefördert werden. Den Rest zahlen die Landeigentümer. Mit der Anpflanzung könne noch vor Ende des Jahres begonnen werden, hofft der Förster. Dann sollen Douglasien, Buchen und Birken gepflanzt werden, denn der Borkenkäfer befalle nur Fichten „und höchstens mal eine Lärche, wenn er wirklich Hunger hat“.

Befall auch auf anderen Grundstücken

Ein erfolgversprechendes Gegenmittel gegen den Käfer gebe es nicht und auch der Winter halte ihn nicht in Schach, erzählte Feiner weiter, der insgesamt schon 20 bis 30 Hektar Wald im Landkreis an den Borkenkäfer verloren hat. „Nach der dritten Generation der Schädlinge überwintern sie im Boden. Glücklicherweise haben wir hier schnell reagiert.“ Allerdings sei der Borkenkäfer mittlerweile auch in anderen Fichten in der Wiekau zu finden. Zu Beginn eines Befalls sei der Schädling am Baum noch schwierig zu erkennen. Es gebe nur kleine Löcher in der Rinde und sogar die Baumkrone sei noch grün. „Nun sieht man aber überall vereinzelte, braune Bäume in der Wiekau.“ Um dem Problem Herr werden zu können, müsse bei jedem befallenen Baum eingegriffen werden. „Nur gibt es hier sehr viele Grundstückseigentümer und nicht alle wissen von dem Befall. Zudem muss man erst einmal wissen, dass es einen Förster gibt, der sich darum kümmert“, so Feiner. Deshalb ermutigt er jeden Waldbesitzer, der einen Baumbefall bei sich entdeckt, ihn anzurufen.

INFORMATIONEN

Alle, die einen Befall auf ihrem Grundstück befürchten, können Michael Feiner unter der Telefonnummer 0172/4248225 in der Bezirksförsterei Großenkneten erreichen.

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