Mit dem Boot auf der Suche nach sicherem Hafen

Kunstaktion der „Seebrücke“ am Burgbergsee stößt auf wenig Resonanz

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Das Schlauchboot wurde am Sonntag nicht benötigt. Am Infostand gab es jedoch einige Diskussionen.

Wildeshausen - Ein aufgepumptes Schlauchboot liegt am Ufer des Wildeshauser Burgbergsees, dahinter ist ein Transparent gespannt. Die Aufschrift: „Seebrücke schafft sichere Häfen“. Auf einem orangefarbenen Tuch können Passanten ihren Handabdruck für eine „bunte Gesellschaft“ hinterlassen. Doch in Wildeshausen möchte an diesem Sonntag niemand mit dem Boot zur Enteninsel übersetzen oder Spuren auf dem Tuch zurücklassen.

Rund zehn Mitglieder der Initiative „Seebrücke“ in der Kreisstadt hatten am Mittag einen Infostand aufgebaut, um für eine „freie und offene Gesellschaft mit Solidarität statt Ausgrenzung“ zu werben. Sie protestierten so gegen die Praxis europäischer Staaten, Rettungsschiffe in den Häfen festzuhalten, die Geflüchtete aus den Fluten des Mittelmeeres bergen könnten. „Seenotrettung ist kein Verbrechen. Hilfe blockieren schon!“ hieß es auf gefalteten Papierschiffchen, die am Infostand auslagen.

Offiziell handelte es sich bei der Veranstaltung auf der Burgwiese nicht um eine politische Kundgebung. „Wir planen ein Kunstprojekt zur Förderung einer solidarischen Gesellschaft“, so einer der Veranstalter, der nicht mit Namen in der Zeitung stehen möchte. Zur Begründung: Wichtig sei die Gruppe und nicht der Einzelne.

Symbolisch hätten Interessierte vom Ufer (Afrika) zur Enteninsel (sicherer Hafen) rudern können. Bei der Insel hätten die Schiffsinsassen aber feststellen müssen, dass dort ein Anlegen unmöglich ist. „Es gibt derzeit für Flüchtlinge keinen sicheren Hafen“, so die Aktivisten.

Nur wenige Spaziergänger wurden auf die Aktion aufmerksam. Es gab dann durchaus Gespräche über die Situation im Mittelmeer. Auch darüber, dass es Geflüchtete gibt, die sich nicht an die mitteleuropäischen Gepflogenheiten halten wollen. So beispielsweise, dass Männer aus arabischen Ländern ein Frauenbild haben, das kaum mit dem in Deutschland in Einklang zu bringen ist.

Das aber, so die Mitglieder von „Seebrücke“, sei noch lange kein Grund, Geflüchteten keinen Schutz anzubieten.

Die Gruppe trifft sich am nächsten Mittwoch, 19. September, erneut. Der Versammlungsraum steht noch nicht fest. Er kann auf der Facebook-Seite von „Seebrücke“ in Wildeshausen in Erfahrung gebracht werden. Interessierte sind willkommen. Derzeit arbeiten bei der Initiative rund 30 zumeist junge Menschen mit. 

dr

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