Experten finden bislang nur Metall in der Pagenmarsch 

640 Bohrungen auf der Suche nach Kampfmitteln

Michael Boldt (r.) führt die Landsonde in das Kunststoffrohr ein. Alle fünf Zentimeter wird gemessen. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Erst vollgemüllt, dann ausgekoffert und saniert – und nun durchlöchert. Der Kampfmittelbeseitiger Tauber aus Münster setzt seit Montag 640 Bohrung in den Grund, um festzustellen, ob im Boden gefährliche Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg liegen.

Erst danach darf mit dem Bau des Feuerwehrhauses begonnen werden. Die Stadt Wildeshausen hatten von Tauber eine Luftbildauswertung des Gebietes angefordert. Ein Experte stellte „Auffälligkeiten“ fest, die eine eingehende Untersuchungen nahelegten. Deshalb rückten am Montag drei Mitarbeiter vom Tauber-Standort Hannover an, um voraussichtlich bis Donnerstag kommender Woche den gesamten Bereich durchzuchecken.

„Wir bohren Löcher in eine Tiefe von fünf Metern unter der Geländeoberkante von 1945“, berichtet Kampfmittelbeseitiger Michael Boldt, der ausgebildeteter Feuerwerker ist. Die Rohre würden sechs Meter tief in den Boden getrieben. Das geschieht in einer Entferung von jeweils 1,50 Meter und durch Sichterheitsbohrungen wird gewährleistet, dass man nicht zufällig direkt eine Weltkriegsgranate anbohrt.

In das Loch wird zunächst ein Kunststoffrohr eingeführt. Dort hinein kommt dann das Basisrohr der Landsonde. „Wir machen alle fünf Zentimeter eine Messung“, erläutert Boldt. Über ein Magnetfeld kann er alle ferromagnetischen Stoffe feststellen. Nach 40 Messungen wertet der Feuerwerker die Daten aus und stellt schon bei den ersten Bohrungen fest, dass in den ersten eineinhalb Metern einige metallische Gegenstände zu finden sind.

Das verwundert, denn an der Oberfläche des sanierten Gebietes soll Füllsand liegen und der darunter liegende Bereich soll nach Angaben der Fachfirma rückstandsfrei sein. Immerhin musste die Stadt Wildeshausen 2,85 Millionen Euro für die Sanierung und den Abtransport von Problemstoffen bezahlen. Die metallischen Teile sind bis zu 30 Zentimeter groß, hätten also ausgesiebt werden müssen.

Unter dieser Schicht hat Boldt bislang kaum ferro-magnetisches Metall gefunden. „Der Bereich ist befundlos“, sagt er. Sollte die Firma allerdings etwas entdecken, müsste der Kampfmittelräumdienst des Landes anrücken. Private Firmen dürfen in Niedersachen nämlich keine Blindgänger beseitigen. Wenn alles reibunglos verläuft, beginnen bald die Gründungsarbeiten mit Pfählen in der Pagenmarsch. Anschließend startet der Bau des Feuerwehrhauses.

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