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Bode und Lübke gründen „pro-Wildeshausen“

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Von: Dierk Rohdenburg

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So päsentiert sich die neue Fraktion im Stadtrat.
So päsentiert sich die neue Fraktion im Stadtrat. © -

Wildeshausen – Die Ratsherren Günter Lübke und Bodo Bode, die bisher Mitglieder der CDU-Fraktion im Wildeshauser Stadtrat waren, haben diese nach eigenen Angaben mit sofortiger Wirkung verlassen und sich zu einer neuen Fraktion zusammengeschlossen. Damit bestätigten Lübke und Bode die Berichterstattung unserer Zeitung von Montag.

Laut Pressemitteilung heißt die neugegründete zweiköpfige Fraktion „pro-Wildeshausen“. Das haben die beiden Kommunalpolitiker auch Bürgermeister Jens Kuraschinski angezeigt. Bode wird Fraktionsvorsitzender, Lübke sein Stellvertreter.

Beide Ratsmitglieder begründen ihren Schritt damit, dass sie sich in der unabhängigen Fraktion mehr Möglichkeiten der politischen Teilhabe und Gestaltung im Stadtrat erwarten. Dies war nach ihrem Bekunden in der CDU-Fraktion mit der derzeitigen Führung von Wolfgang Sasse zu ihrem Bedauern „leider nicht möglich“. Bode betonte auf Nachfrage, dass Lübke und er seit der Konstitution des Rates versucht hätten, Brücken zwischen widerstreitenden Meinungen in der Fraktion zu bauen. „Das ging aber nicht“, so Bode.

Bodo Bode.
Bodo Bode. © Sekuly

Auslöser für die Trennung war dann wohl die Gruppenbildung von CDU- und FDP-Fraktion, die nach Einschätzung von Bode handstreichartig in die Fraktion eingebracht worden sei. Es habe fraktionsintern nicht nur Zustimmung gegeben, so Bode.

Noch am Sonntag den Austritt aus der Partei erklärt

Die beiden Christdemokraten haben noch am Sonntag ihren Austritt aus der Partei erklärt. Damit kamen sie einem Schritt zuvor, der laut Statuten der CDU zwingend erforderlich ist – nämlich, dass Mitglieder auszuschließen sind, wenn sie eine neue Fraktion neben der CDU gründen. „Wir bedauern das sehr, dass wir das Parteibuch abgeben müssen“, sagte Bode. Er sei ja erst im vergangenen Jahr voller Überzeugung in die CDU eingetreten.

Wahrscheinlich ist, dass die CDU von den beiden „Abtrünnigen“ auch fordern wird, ihr Ratsmandat zurückzugeben. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sasse erinnerte am Montag daran, dass Lübke das vor vier Jahren auch von Stefan Brors gefordert habe, der zur CDW gewechselt und vorher über die CDU-Liste in den Rat gewählt worden war. Auch Bode ist über die Parteiliste in den Rat eingezogen. Von daher, so Sasse, wäre es eigentlich passend, dass er nun den Ratssitz zurückgibt.

Unabhängig davon betont Sasse, dass weder Lübke noch Bode mit ihm gesprochen hätten. Auch CDU-Stadtverbandsvorsitzender Marcell Görke hatte bis Montagmittag noch keinen Kontakt zu Bode und Lübke. „Wir arbeiten das auf“, betonte er. Man müsse nun mit allen Beteiligten sprechen und wolle sich dann öffentlich äußern.

Günter Lübke.
Günter Lübke. © Sekuly

Bode und Lübke machten deutlich, dass sie keine „schmutzige Wäsche“ waschen wollen. „Wir sind nicht im Streit gegangen“, so Bode. „Uns geht es gut mit der Entscheidung.“ Man wolle als beratendes Mitglied in den Ausschüssen arbeiten und das Gespräch suchen. Da Lübke mit großer Mehrheit als Ratsvorsitzender gewählt worden sei, wolle er das Amt weiter behalten.

„Wir betonen ausdrücklich, dass wir auch weiterhin mit einer bürgerlich-konservativen Haltung zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger wirken wollen“, erklärte die Fraktion „pro-Wildeshausen“. Der Stadtrat würde in seiner nächsten Sitzung am 2. März über die neue Sitzverteilung in den Ausschüssen befinden.  

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