„Hot Shots“ zu Gast in Wildeshausen

Blues aus dem Rotlicht-Milieu

Die „Hot Shots“ überzeugten mit schwarzer Jazzmusik.

Wildeshausen - Ebenso viel Erfahrung wie Spielfreude und Leidenschaft brachten die Hamburger „Hot Shots“ in Wildeshausen mit auf die Bühne. Am Samstagabend gastierte die Band, die sich der „schwarzen Jazzmusik der Roaring Twenties“ verschrieben hat, auf Einladung der Wildeshauser Jazzfreunde im Saal der Musikschule. Ein breites Bläserinstrumentarium, unterstützt vom Piano und der Rhythmuspower des Banjospielers, begeisterte die Blues- und Jazzfans mit mitreißenden Songs. Highlights setzte zwischendurch bei ausgewählten Stücken immer wieder Sängerin Christiane Pöhner mit ihrer tiefen, rauchigen Stimme.

So entführten die Musiker das Publikum unter anderem ins Rotlicht-Milieu: In eine Dame, die ein entsprechendes Etablissement leitet, verwandelte sich Pöhner anlässlich des Blues-Stücks: Mit kräftig-dunklen Tönen sang sie davon, wie ein junger Mann, der allzu gerne die hübschen Mädchen besuchte, ohne jedoch zu bezahlen, entschieden und selbstbewusst herausgeschmissen wurde.

Stärke, Selbstbewusstsein, Leidenschaft, Lebensfreude, Leid und Liebeskummer sind Markenzeichen der Bluessängerinnen aus jener Anfangszeit und typische Blues-Themen. Pöhner wagte sich erfolgreich an Blues-Klassiker von Bessie Smith oder Ma Reiney. Für einen unverwechselbaren Sound sorgte auch die Band. Seine eigenen Gesangsstücke, die er ebenfalls außergewöhnlich authentisch performte, brachte außerdem Kornettist Dieter Fascher mit. Das Publikum ließ sich immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinreißen.

Zwischen den Stücken führte Multiinstrumentalist Hartwig Pöhner als Moderator durch den Abend. Pianist Andreas Clement ließ das Publikum allerdings wissen, dass Pöhner mit Klarinette, Sopran-Saxophon, Alt-Saxophon und Tenor-Saxophon nur eine kleine Auswahl seiner Instrumente mit auf die Bühne gebracht habe. Für den Rhythmus sorgte allein Wolfgang John am Banjo. „Wir brauchen kein Schlagzeug“, unterstrich Pöhner – und das Publikum konnte nur staunend zustimmen.

Etwas Außergewöhnliches erlebten die Gäste auch, als Hans Jürgen Wittmann bei dem Stück „Buddy’s Habits“ von Joe King Oliver seine Posaune zur Seite legte, um langgezogene klagende Töne aus seiner „slide whistle“ herauszuzaubern. „Die Betätigung dieses fahrradpumpenartigen Instruments ist filigranste Handarbeit – vor allem wenn man die längeren Wege auf der Posaune gewohnt ist“, erklärte Pöhner.

Die Bläser komplettierte Lutz Jordan abwechselnd an Bass-Saxophon, Klarinette und Sopran-Saxophon. Zur Höchstform mit unverwechselbar jazzig-rauchiger Stimme lief Dieter Fascher beim Song „Big Butter and Egg Man“ auf. „Es handelt von einem Mädchen, das davon träumt, sich einen Geldsack zu angeln, um endlich ihre Arbeit als Unterhaltungskünstlerin aufgeben zu können“, kündigte Pöhner an.

Mit viel Leidenschaft widmeten sich die Musiker dann noch einem ihnen „heiligen“ Stück. „Bessie Smith und Louis Armstrong haben W. C. Handys ‚St. Louis Blues‘ gemeinsam zu etwas wirklich Heiligem gemacht. Daran wollen wir uns versuchen“, meinte Pöhner bescheiden. Ihre Hommage machten die „Hot Shots“-Musiker und Sängerin Pöhner zu einem weiteren Blues-Song, der unter die Haut ging.

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