Käufer Helmut Müller kann sich auch Sanierung vorstellen

Bleibt ehemaliger Kindergarten von der Abrissbirne verschont?

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Die Fassade des Gebäudes muss energetisch saniert werden.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Ursprünglich schien der Abriss des ehemaligen Kindergartens „Pusteblume“ an der Harpstedter Straße in Wildeshausen beschlossene Sache zu sein. Der Gutachterausschuss hatte das Gebäude dementsprechend vor dem Verkauf durch die Stadt bewertet. Käufer Helmut Müller überlegt nun aber, das Haus zu sanieren. „Ich halte die Substanz für relativ solide“, erklärte er nach einem Besichtigungstermin mit einem Architekten.

Wie berichtet, hatte der Stadtrat vor zwei Wochen entschieden, die Immobilie für 312 000 Euro zu verkaufen. Das Gebot von Müller war das höchste. Er hatte angegeben, das Gebäude abreißen und einen Neubau mit zwölf Wohneinheiten von je 60 Quadratmeter Fläche errichten zu wollen. Heute soll der Verkaufsvertrag mit der Stadt unterzeichnet werden.

Denkbar wäre aber auch, dass das Gebäude noch lange an der Harpstedter Straße steht. „Von der Raumaufteilung ist es gut geschnitten“, findet Müller. Natürlich müsste die Immobilie energetisch saniert werden, aber dann könnte er sich eine Nutzung durch eine soziale Einrichtung oder eine Arztpraxis vorstellen.

Das Gebäude wurde erstmalig ab dem Jahr 1952 von der pharmazeutischen Fabrik Dr. Behre und Co. genutzt. Nach Forschungen von Alfred Panschar vom Bürger- und Geschichtsverein hatte die Firma dort die Fabrikation von Kräuter- und Arzneidrogen in einer „neu erbauten, hellen Betriebsstätte mit neuzeitlichen Maschinen, Apparaten und Einrichtungen durchgeführt.“ Das Unternehmen war 1926 in Bremen-Hastedt gegründet und erst 1947 nach Wildeshausen verlagert worden, weil es im Krieg mehrmals durch Bombenabwurf schwer getroffen und schließlich völlig vernichtet worden war.

Das Dachgeschoss ist geräumig ausgebaut. Investor Helmut Müller kann sich eine neue Nutzung vorstellen.

Nach dem Auszug des Unternehmens hatte die Stadt das Gebäude übernommen und dort den Kindergarten „Pusteblume“ eingerichtet. Dieser war aber 2009 an den Twistringer Weg umgezogen.

Nach jahrelangem Leerstand hatte die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft Wildeshausen einen Teil der Räume genutzt. Der Verein zog Ende 2017 in das ehemalige Feuerwehrhaus um.

„Ich fände es schön, wenn das stadtbildprägende Gebäude bleibt“, so Müller. Letztendlich dürften aber wirtschaftliche Erwägungen über die Zukunft de Immobilie entscheiden.

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