Blei, Spezialdünger und Antibabypille

Max Löffler gewinnt die Kürbiswette 

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Als Sieger stand am Ende Max Löffler fest (links). Seine Enkelinnen Merle (rechts) und Melina sind schon seit 16 Jahren bei der Kürbiswette dabei. Harry Dekker musste sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben.

Wildeshausen - Von Janin Meyer. Die vermeintlichen Einspritzlöcher am gegnerischen Kürbis entgingen Max Löfflers aufmerksamem Auge selbstverständlich nicht. „Was sind denn das für Stippen? Was hast Du da eingefüllt?“, argwöhnte der Gastgeber der diesjährigen Kürbiswette gegenüber Harry Dekker.

„Da ist Blei drin“, musste dieser am Sonnabend kleinlaut zugeben. Denn auch bei der 30. und letzten Kürbiswette schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts. Zwar seien nur noch sie beide von der einstigen Gruppe übrig geblieben, doch ein fairer Wettstreit sollte es zum Abschluss noch einmal sein. Der Sieg ging am Ende an den gastgebenden Max Löffler.

Mit kritischem Blick beäugten die beiden Züchter die Prachtexemplare des anderen. „25 Kilo etwa“, wollte Dekker direkt ans Eingemachte gehen. Doch Kontrahent Löffler bremste ihn aus: „Du sollst den Kürbis nach Form und Farbe beurteilen und nicht direkt das Gewicht schätzen“, machte er deutlich, dass auch bei der letzten Kürbiswette alles regelkonform zu laufen hatte. Er selbst übte indes Kritik am gegnerischen Zuchtergebnis: „Ganz hübsch anzusehen ist er ja. Aber der hätte doch viel größer sein können.“ Dekker entschuldigte sich damit, dass er eben im Alter nicht mehr so schwer heben könne.

„Hier müssen alle mit ran“

Immerhin 28 Pfund brachte der Kürbis aus Dekkers Zucht dann doch auf die Waage – dicht dran an den von Löffler geschätzten 30 Pfund. Der nutzte eiskalt seinen Heimvorteil und den somit kurzen Transportweg: Er drückte Enkelin Merle einen Kürbis mit einem Gewicht von 38 Pfund in die Hand. Sie stellte sich mit Frucht auf die Waage, um das Ergebnis zu ermitteln. Der leise Protest der 18-Jährigen angesichts des Riesengewächses verhallte: „Hier müssen alle mit ran“, so Opa Max. Merles Zwillingsschwester Melina wurde zur Schriftführerin bestimmt. Die beiden sind schon seit 16 Jahren immer bei der Kürbiswette des Opas dabei.

Der blickte bei der anschließenden Kaffeetafel noch einmal auf die vergangenen 29 Jahre Kürbiswette zurück. Denn in dieser Zeit hat es einige Anekdoten gegeben. So brodelte 1996 die Gerüchteküche. Harry Dekker hatte die Antibabypillen seiner Tochter durch Vitaminpräparate ersetzt und die Antibabypille dem Kürbisdünger zugefügt. Die Tochter bekam einen prächtigen Sohn, der Kürbis jedoch brachte es nur auf 28 Pfund. 1999 behaupteten böse Zungen, Max Löffler habe seinen Kürbis in Tunesien mit Spezialdünger aufziehen lassen. Immerhin wollen Zeugen gesehen haben, wie er am Bremer Flughafen aus einer tunesischen Frachtmaschine mit größerem Container ausgestiegen ist. Nachgewiesen werden konnte allerdings nichts.

Löfflers Resümee versetzte die Anwesenden in Erstaunen: 6 976,2 Pfund Kürbis zogen die Züchter in den vergangenen 29 Jahren. „Das entspricht 8 429 Liter Kürbissuppe“, erklärte Löffler. „Damit kann man eine Person 562 Monate lang versorgen.“ Die Früchte gehen jedes Jahr an das Altenheim Alexanderstift. Dekker argwöhnte gar, ob Löffler dort eventuell auf einen Gratisplatz spekuliere.

Der Kürbiszucht wollen übrigens beide treu bleiben. Nur dem Wettbewerb möchten sie sich künftig nicht mehr stellen.

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