Kindergärten sollen bald für Noten und Liedtexte zahlen / Dötlingen und Wildeshausen warten ab

Bislang noch „Gratis-Gesang“

Gemeinsames Singen, wie hier bei der Eröffnung des städtischen Kindergartens „Pusteblume“, kostet bald Geld.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · „Nun singen wir gemeinsam ein Lied“, heißt es bei Richt-, Sommer- oder Weihnachtsfesten in den heimischen Kindergärten. Zettel werden verteilt, damit jeder die treffenden Worte und Töne findet. Unterdessen klingelt bei der Verwertungsgesellschaft (VG) Musikedition die Kasse, denn für kopierte Liedtexte und Noten sollen in Zukunft Gebühren gezahlt werden.

Noch ist es nicht soweit. In Wildeshausen sind die seit Januar vom Musikverwerter Gema verschickten Fragebögen noch gar nicht angekommen. In der Gemeinde Dötlingen liegen sie zwar vor, doch die Lizenzvereinbarung wurde erst mal zur Seite gelegt. „Damit nicht jede Gemeinde gesondert verhandeln muss, kümmert sich unser kommunaler Spitzenverband, der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund, um die Verträge“, berichtet die Vertreterin des Bürgermeisters in Dötlingen, Katrin Albertus-Hirschfeld. Es gebe noch einige strittige Aspekte bei der ganzen Sache. In jedem Fall sei den Kommunen viel daran gelegen, nicht jede Kopie, die im Kindergarten gefertigt werde, nachzuweisen. „Der Aufwand wäre insbesondere für kleinere Gruppen sehr groß“, so Albertus-Hirschfeld.

So wie es derzeit geplant ist, müssten die Kommunen pro Kindergarten eine Pauschale zahlen. Für 500 Kopien wären dann beispielsweise 56 Euro zu entrichten. Damit, so der Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft Musikedition, Christian Krauß, wolle man den Urhebern der Lieder wenigstens eine kleine Kompensation zukommen lassen.

Seit 25 Jahre gilt in Deutschland ein Kopierverbot für Lieder und Noten. Wer diese kopieren will, muss sich an den Rechte-Inhaber wenden. Bei Büchern und Zeitungen nimmt die VG Wort die Rechte der Autoren wahr.

Seit Januar sind 36 000 Kindergärten angeschrieben worden. 5 000 haben nach Angaben von Krauß die Verträge bereits unterzeichnet.

Von den Kommunen wird ein Rahmenvertrag angestrebt, wie er bereits für Schulen besteht. „Das wäre ganz in unserem Sinn“, so Rita Manietta, Fachbereichsleiterin im Wildeshauser Stadthaus. „Alles andere bedeutet einen zu großen Verwaltungsaufwand.“ Die Stadt wäre für den Kindergarten „Pusteblume“ und den Spielkreis in Kleinenkneten zuständig.

In Dötlingen kümmert sich die Gemeinde um den Kindergarten mit zwei Standorten in Dötlingen und Brettorf. Die kirchlichen Träger in beiden Kommunen müssen die Kopierabgabe autonom regeln. Auf das gemeinsame Singen indes will niemand verzichten, weil es zur „frühkindlichen Bildung“ gehört. „Wir werden die Situation Anfang des Jahres mit den Kindertagesstätten klären“, kündigt Manietta an. Grundsätzlich führe aber wohl kein Weg daran vorbei, in Zukunft einen Betrag für die Nutzung von Noten und Liedtexten zu entrichten.

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