Jan Janssen tritt von seinem Amt zurück

Bischof geht und Pastoren zollen Respekt

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Bischof Jan Janssen ließ sich von den Wildeshauser Konfirmanden und Geistlichen auf Händen tragen.

Oldenburg/Wildeshausen - Nach neun Jahren an der Spitze der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg ist Bischof Jan Janssen von seinem Amt zurückgetreten. Er teilte mit, dass er wieder als Pfarrer in einer Gemeinde arbeiten möchte.

Im 55. Lebensjahr gehe es für ihn nach sorgfältiger Abwägung „um einen Neuanfang im Pfarrdienst, auf Gemeindeebene, in Verkündigung und Seelsorge an der Basis vor Ort“, begründete Janssen seinen Schritt. In einer Mitteilung der Kirche hieß es am Donnerstag, dass er seinen Verzicht aufs Bischofsamt gegenüber Synodenpräsidentin Sabine Blütchen erklärt habe, „da er die Verantwortung für die Weiterführung des Amtes nicht mehr tragen zu können glaubt“.

Janssens Erklärung entspreche den Anforderungen des Bischofsgesetzes, sei sofort in Kraft getreten. Um eine geordnete Übergabe der Amtsgeschäfte zu gewährleisten, habe er sich vorab bereit erklärt, nach seinem Verzicht zunächst noch bis zum 31. Januar als Vertreter im Bischofsamt zu bleiben. Janssen betonte, von Zeit zu Zeit könne ein „Wechsel zu neuen Kräften und Ideen für unsere Kirche nach vorn weisen – so wie es auch andere Kirchen vorsehen“.

Pastor Löwe: „Ich kann das gut verstehen“

Der Theologe kündigte an, dass er sich in einem Bewerbungsverfahren für eine Pfarrstelle außerhalb des Oldenburger Landes befinde. Da aber letzte Entscheidungen noch ausstünden, bat er um Verständnis, keine weiteren Auskünfte geben zu können. Janssen war 2008 zum Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg gewählt worden. Von 2002 bis 2008 war er Kirchentagspastor des Deutschen Evangelischen Kirchentags.

Die Pastoren Markus Löwe und Lars Löwensen von der Kirchengemeinde in Wildeshausen reagierten überrascht auf die Nachricht aus Oldenburg. Sie bedauerten den Rücktritt, zollten aber auch großen Respekt für die Entscheidung. „Ich kann das gut verstehen“, sagte Löwe. Ein Neuanfang im Pfarrdienst sei in der Position eines Bischofs zwar ungewöhnlich, der Schritt sei aber absolut nachvollziehbar. Beide Pastoren hatten Janssen als engagierten Bischof erlebt, der versuchte, in den Gemeinden präsent zu sein. „Er hatte ein großes Interesse an lebendigen Gottesdiensten“, erinnert sich Löwe. Zudem sei er sehr gerne in Kontakt zu jungen Menschen getreten. Die Wildeshauser erlebten Janssen zuletzt direkt im Juni beim Konfirmanden-Camp in Wittenberg. Dort war der Bischof zu Gast gewesen und hatte großes Vertrauen gezeigt, als er sich von den jungen Menschen auf Händen tragen ließ. - dpa/dr

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