Befeuerung an 25 Windenergieanlagen wird mit Passiv-Radar gesteuert

Bis Jahresende gehen die Lichter aus

Vor den Messungen in Glane: Hermann Raschen, Tristan Lübben und Marvin Friedrichsen (v.l.), der eine Antenne in der Hand hält. 
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Vor den Messungen in Glane: Hermann Raschen, Tristan Lübben und Marvin Friedrichsen (v.l.), der eine Antenne in der Hand hält. Foto: dr
  • Dierk Rohdenburg
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Wildeshausen – 25 bereits stehende sowie bis zu acht geplante Windenergieanlagen in der Region sollen in naher Zukunft mit einem Passiv-Radar-System versorgt werden. Ziel ist es, die Hindernisbefeuerung nur dann anzuschalten, wenn sich ein Flugzeug oder ein Rettungshubschrauber nähert.

„Damit vermeiden wir überall Emissionen und erfüllen die für den Standort Haidhäuser gegebene Verpflichtung, die Befeuerung zeitweise einzustellen, sobald es die dazu erforderliche Technik gibt“, berichten Hermann Raschen und Tristan Lübben von der VR-Energieprojekte Dötlingen.

Permanentes Blinken in der Nacht

In Haidhäuser sollen an zwölf Windenergieanlagen, in Uhlhorn an drei, in Iserloy an sieben sowie in Hengsterholz (Gemeinde Ganderkesee) an drei Anlagen die Lichter nur nach Bedarf angeschaltet werden. Die Planungen sehen das gleiche Verfahren für bis zu acht Anlagen am Standort Glane vor – sofern sie genehmigt werden.

Ist eine Windenergieanlage insgesamt mehr als 100 Meter hoch (in Haidhäuser sind es beispielsweise 240 Meter), muss sie tagsüber zumindest durch Blattmarkierungen, nachts jedoch durch permanentes Blinken gekennzeichnet werden. Dieses wird in der Dunkelheit jedoch als besonders störend empfunden. Um genau das zu vermeiden, hat die VR-Energieprojekte Dötlingen vergangenes Jahr zusammen mit den anderen Betreibern einen Vertrag mit der Firma Parasol abgeschlossen, die weltweit als einzige Firma ein Passiv-Radar-System für Windenergieanlagen herstellt und darauf das Patent besitzt.

Flugzeug über der Region unterwegs

Am Mittwoch wurden über Glane mit Antennen und einem speziellen Flugzeug Messungen vorgenommen, um zu ermitteln, wo mobile Antenneneinheiten aufgestellt werden könnten oder an den Windenergieanlagen mit „Bauchbinden“ Antennen installiert werden sollten, um einen Luftraum von 17 mal 19 Kilometer überwachen zu können. „Das Parasol-System sendet keine eigene elektromagnetische Strahlung aus, sondern verwendet die Signale der Radio- und Fernsehsender, die bereits in der Umgebung vorhanden sind“, erläutert Projektleiter Marvin Friedrichsen das Verfahren. „Damit wird eine weitere unnötige Strahlenbelastung der Bevölkerung verhindert. Mit dem Passiv-Radar sei ein Flugzeug ab einer Entfernung von vier Kilometern auf 20 Zentimeter genau erkennbar, sodass die Hindernisbefeuerung rechtzeitig an- und abgeschaltet werden kann.

Frist bis Mitte 2021

Nach Angaben von Raschen müssen deutschlandweit bis Mitte 2021 alle Anlagen mit einer bedarfsgesteuerten Hindernisbefeuerung ausgestattet sein. Andernfalls entfällt für die Anlagen die Vergütung nach dem Energieeinspeisegesetz, was für die Betreiber deutliche Verluste bedeutet. Zwar gehen die meisten Beteiligten davon aus, dass die Frist verlängert wird, weil die Umrüstung aller Anlagen kaum in der Zeit zu schaffen sein dürfte. „Wir wollen aber erreichen, dass bei uns bis Ende des Jahres die Lichter ausgehen“, schildert Raschen die Pläne. „Dann wird es während der Nacht dunkel bleiben.“  dr

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