Impfzentrum fehlt es an Serum / Interesse an Schnelltests sinkt deutlich

Bis Ende Juni nur Zweitimpfungen

Keine Warteschlangen mehr: Das Schnelltestangebot wird in Wildeshausen kaum noch genutzt.
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Keine Warteschlangen mehr: Das Schnelltestangebot wird in Wildeshausen kaum noch genutzt.

Wildeshausen – Alle Impf-Interessierten in Niedersachsen ab dem Alter von zwölf Jahren können sich seit Montag über die Hotline des Landes auf die Warteliste setzen lassen. Im Landkreis Oldenburg werden sie dort aber aller Voraussicht nach einige Wochen oder Monate stehen, ohne eine Einladung zu bekommen. Wie Frank Flake, Bereitschaftsleiter der Malteser und damit für das Impfzentrum in Wildeshausen zuständig, auf Nachfrage mitteilt, können derzeit überhaupt keine Erstimpfungen vorgenommen werden.

„Wir haben keinen Impfstoff dafür“, erklärt er. Und es sei damit zu rechnen, dass sich das bis Ende Juni nicht ändern werde.

„Wir könnten hier täglich bis zu 1 000 Personen impfen“, so Flake. Aktuell erreiche das Impfzentrum am Westring jedoch nur so viel Impfstoff, dass 600 bis 900 Menschen täglich ihre Zweitimpfung bekommen könnten. „In erster Linie haben wir derzeit Dosen von Biontech“, berichtet Flake. Dazu kämen die Impfstoffe von Astrazeneca und Moderna in deutlich geringeren Stückzahlen.

Somit ist die Lage im Wildeshauser Zentrum derzeit recht entspannt, was den Andrang betrifft. Wie viele Menschen aus dem Landkreis Oldenburg auf der Warteliste stehen, kann Flake nicht sagen, da das nur landesweit registriert wird. Aber auch, wenn dort mehrere Tausend Menschen gelistet sind, wäre das seiner Ansicht nach kein Problem. „Wenn wir genug Impfstoff haben und 1 000 Leute am Tag immunisieren können, dann ist das schnell abgebaut“, sagt Flake. Zudem komme es immer häufiger vor, dass Bürger bei ihrem Hausarzt geimpft werden können.

Deutlich ruhiger ist die Lage auch in den Testzentren in der Stadt geworden. Innerhalb weniger Wochen wuchs die Zahl der Angebote auf acht innerhalb von Wildeshausen. Darüber waren die Malteser ein wenig verstimmt, weil sie in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung und den Kommunen innerhalb von wenigen Tagen Testkapazitäten aufgebaut und dafür viele Ehrenamtliche gewonnen hatten. Und dann seien plötzlich die Kunden ausgeblieben, weil andere profitorientierte Anbieter auf den Markt geprescht seien, heißt es.

„Mittlerweile sind die Schnelltests gar nicht mehr so begehrt“, weiß Georg Rehaag, der das Malteser-Testzentrum im ehemaligen Feuerwehrhaus leitet. Die Zahl der PCR-Tests sei dagegen angestiegen“, berichtet er. Das habe damit zu tun, dass mittlerweile einige Leute in den Urlaub fahren wollten.

Wie lange das Testzentrum der Malteser noch geöffnet ist, kann derzeit niemand sagen. „Wir werden wohl länger als manch privater Anbieter bleiben“, vermutet Rehaag. Auch die Frage, wie lange das Impfzentrum am Westring Bestand haben wird, ist noch nicht geklärt. Die Immobilie wurde zunächst vom Landkreis Oldenburg bis zum Herbst angemietet. Der Vertrag kann jedoch verlängert werden, wenn dort weiter geimpft werden soll.

Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Infektionen im Landkreis Oldenburg stieg von Freitag bis Montag nach Angaben der Kreisverwaltung um sieben Fälle. Die kumulative Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut der Erfassung des Robert-Koch-Instituts bei 19,1 auf 100 000 Einwohner. Aktuell gibt es im Landkreis Oldenburg 51 registrierte, mit dem Coronavirus infizierte Personen. In Quarantäne befinden sich derzeit im Kreisgebiet 152 Menschen.

Die Inzidenzwerte in den Kommunen des Landkreises Oldenburg (berechnet von der Kreisverwaltung):

Dötlingen: 15,94 (Freitag: 15,94)

Ganderkesee: 28,70 (15,94)

Großenkneten: 12,48 (12,48)

Harpstedt: 18,70 (0,00)

Hatten: 0 (0)

Hude: 0 (18,62)

Wardenburg: 6,20 (6,20)

Wildeshausen: 44,71 (59,62)

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