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Bis 2030 soll die Bahn in Wildeshausen schneller und öfter fahren

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Von: Dierk Rohdenburg

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Nordwestbahn in Wildeshausen: Von hier aus könnte es bald halbstündig in Richtung Bremen und Osnabrück losgehen.
Nordwestbahn in Wildeshausen: Von hier aus könnte es bald halbstündig in Richtung Bremen und Osnabrück losgehen. © dr

Züge im 30-Minuten-Takt: Es laufen Pläne, den Fahrplan für die Bahn von Wildeshausen aus zu verdichten. Allerdings gibt es noch einige Fragezeichen.

Wildeshausen – Jede halbe Stunde von Wildeshausen mit dem Zug in Richtung Bremen oder Osnabrück in deutlich kürzerer Zeit fahren – das ist ein Wunsch vieler Pendler. Innerhalb von zehn Jahren könnte das tatsächlich realisiert werden – im Bereich von Wildeshausen nach Delmenhorst möglicherweise sogar schon in den nächsten fünf Jahren.

Nach Angaben des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ plant die Landesverkehrsgesellschaft (LNVG) eine Verdichtung des Fahrplans auf der Strecke von Delmenhorst nach Bramsche im nördlichen Abschnitt bis Lohne. „Das begrüßen wir ebenso wie den vorgesehenen Streckenausbau auf 120 Stundenkilometer ausdrücklich“, schreibt Malte Diehl, Vorsitzender von „Pro Bahn“, in einer Mitteilung.

„Mehr Züge auf dieser Strecke sind schon lange überfällig“, sagt Werner Stommel, stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands aus Wildeshausen. „Leider gab die Infrastruktur bislang nicht mehr als einen Stundentakt her, der einfach zu wenig für das Fahrgastpotenzial ist. Alleine in Ganderkesee, Wildeshausen, Vechta und Lohne leben rund 110 000 Menschen.“

Neue Ausweichgleise in Ganderkesee und Lutten

Von entscheidender Bedeutung sind laut „Pro Bahn“ die in Ganderkesee und Lutten geplanten neuen Ausweichgleise in den Stationen. Ohne sie könnten keine weiteren Züge verkehren. Zunächst sollen offenbar in den Hauptverkehrszeiten morgens und abends die zusätzlichen Züge angeboten werden, jedoch nur bis Delmenhorst, wo in Richtung Bremen umgestiegen werden muss.

„Als Fahrgäste wünschen wir uns, dass auch diese Züge wie der bisherige Stundentakt ganztägig unterwegs sind und bis nach Bremen durchfahren, denn ein Umstieg schreckt ab“, betont Diehl. „Wir hoffen sehr, dass sich noch eine Möglichkeit findet, dies zu realisieren. Ohnehin muss es dringend ein langfristiges Konzept für die dichtbelegte Strecke zwischen Delmenhorst und Bremen geben, das die Kapazität dort deutlich erhöht.“

Als wesentliches Hindernis für den Ausbau sieht der Fahrgastverband die verschiedenen noch vorhandenen Bahnübergänge ohne technische Sicherung. Ein sich nähernder Zug muss nicht nur pfeifen, er darf auch höchstens 80 Stundenkilometer schnell sein, wenn er einen solchen Bahnübergang passiert. „Damit der Ausbau auf 120 Stundenkilometer gelingen kann, müssen diese Bahnübergänge beseitigt werden. Und nur mit der höheren Geschwindigkeit können die kürzeren Fahrzeiten erreicht werden, die für die Begegnungen in Ganderkesee und Lutten erforderlich sind“, fordert Diehl. Die zuständigen Verwaltungen in den Landkreisen Oldenburg und Vechta sollten daher schnell handeln.

Bahnübergänge technisch sichern

Stommel dazu: „Da der Streckenausbau kurzfristig beginnen soll, kommt es jetzt darauf an, dass in den beiden Landkreisen schnell entschieden wird, welche Bahnübergänge technisch gesichert und welche aufgelassen werden. Zu beachten sind auch die beschränkten Planungs- und Baukapazitäten beim Streckeneigentümer DB Netz. Die Beseitigung beziehungsweise technische Sicherung von Bahnübergängen werden vom Bund großzügig gefördert, sodass den Landkreisen nur marginale Kosten entstehen.“

Neben den offensichtlichen Vorteilen ermöglicht der Halbstundentakt laut „Pro Bahn“ noch dazu eine bessere Verknüpfung mit bestehenden Busverkehren, vor allem in Wildeshausen.

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