Abstimmungsbedarf

Bio-Fachmarkt und neuer Aldi in langer Warteschleife

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Grüne Wiese am Westring: Eigentlich sollte hier schon der Bio-Fachmarkt in Bau sein.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Der Neubau eines Bio-Fachmarktes am Westring sowie die Erweiterung des Aldi-Marktes an der Harpstedter Straße in Wildeshausen verzögern sich. Es gibt ernsthafte Bedenken, ob beide Projekte mit den Anfang des Jahres verabschiedeten Regelungen zum Einzelhandel im Landesraumordnungsprogramm vereinbar sind.

Danach werden Grundzentren wie die Gemeinde Dötlingen oder der Flecken Harpstedt jetzt mit Mittelzentren wie Wildeshausen bezüglich der Versorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs gleich behandelt. „Während sich Wildeshausen vorher mehr Kaufkraft zurechnen konnte, ist das jetzt nicht mehr ohne Weiteres möglich“, betont die Baudezernentin des Landkreises Oldenburg, Eva-Maria Langfermann. Es müsse also nun eine Klärung herbeigeführt werden. Aus diesem Grunde befinde man sich in „zielführenden Endgesprächen“ mit der Stadt und der Landesplanungsbehörde.

So ganz klar ist noch nicht, ob es später Probleme geben könnte, wenn die Stadt Wildeshausen die Flächennutzungsplan- und Bebauungsplanänderungen beschließt und somit ein Aldi-Markt mit 1 200 sowie ein Bio-Fachmarkt mit rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche errichtet werden können. Ziel des neuen Raumordnungsprogrammes ist es auf jeden Fall, den Einzelhandel in den Grundzentren zu stärken oder zu erhalten, damit nicht Dörfer komplett ohne Geschäfte dastehen, weil im benachbarten Mittelzentrum große Märkte die gesamte Kaufkraft abziehen. Deshalb hat die Samtgemeinde Harpstedt schon deutlich gemacht, dass auch der geplante Rewe-Markt nicht ohne Weiteres akzeptiert wird. In der Stellungnahme heißt es: „Der Flecken Harpstedt hat mit seiner raumordnerisch zugewiesenen Funktion als Grundzentrum die verbrauchernahe Versorgung für die gesamte Bevölkerung der Samtgemeinde mit Gütern und Dienstleistungen des periodischen Bedarfs sicherzustellen. 

IHK formuliert Bedenken

Die Planung der Stadt Wildeshausen zur Erweiterung des bestehenden Aldi-Marktes (und auch durch die weiteren Einzelhandelsgroßprojekte, insbesondere Rewe) beinhalten erhebliche Vergrößerungen der periodischen Sortimente, die erhebliche negative Auswirkungen auf die hiesige Grundversorgung erwarten lassen.“ Die Samtgemeinde Harpstedt rechnet mit einem Kaufkraftabfluss von mehr als zehn Prozent. Auch die IHK formulierte Bedenken gegen das Vorhaben und empfahl eine erneute Verträglichkeitsuntersuchung. In jedem Fall sollte die Stadt alle geplanten Verkaufsflächenerweiterung in der Gesamtheit betrachten, um den Anforderungen des Landesraumordnungsplanes zu genügen.

Eine politische Entscheidung ist in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten. Auf der Tagesordnung des nächsten Bauausschusses ist das Thema nicht zu finden. Somit dürften sich die Pläne weiter verzögern.

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