Ausschuss für Stadtentwicklung signalisiert Zustimmung

Bio-Fachmarkt mit Kreisverkehr am Westring?

Gleich neben dem Zisch-Getränkemarkt und dem Fressnapf-Tierbedarfsmarkt soll ein Bio-Fachmarkt entstehen. - Foto: dr

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Zehn Jahre ist es her, dass an der Bargloyer Straße, direkt am Westring in Wildeshausen, ein Zisch-Getränkemarkt und ein Fressnapf-Tierbedarfsmarkt errichtet wurden. Nun dürfte das Areal schon bald um einen Bio-Markt erweitert werden. Der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt signalisierte seine Zustimmung. Es gibt jedoch noch weiteren Klärungsbedarf.

Wie berichtet, möchte die Zisch Center Westring GmbH den Bio-Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von 867 Quadratmeter errichten. Betreiber wäre die Firma Aleco, die in der Region Bremen schon einige Supermärkte erfolgreich betreibt. „Es gibt vom Sortiment keine direkte Konkurrenz zu den bestehenen Supermärkten“, erklärte Helmut Rang, der das Projekt in Vertretung der Firma Nordmann vorstellte. Ziel sei es, nachhaltige Produkte der regionalen Landwirtschaft anzubieten. Geplant sei zudem ein Bistro-Bereich mit Backwaren in der Größe von rund 50 Quadratmetern.

Der letztgenannte Bereich bereitet der SPD laut Hartmut Frerichs allerdings „Bauchschmerzen“. Er begründete das nicht weiter. Bekannt ist aber, dass der Verkauf von Backwaren am Westring problematisch ist, weil er sich auf die Bäckereien in der Innenstadt auswirken kann. So bekommt ein Back-Shop auf dem Parkplatz von Ostmann derzeit immer nur eine baurechtliche Verlängerung für den Betrieb, bis die neuen Bebauungspläne fertig sind.

Genau zu analysieren ist nach Einschätzung des Büros Dr. Lademann und Partner auch die Zunahme an weiteren Einzelhandelsflächen am Westring. „Durch die Vorhabenrealisierung eines Bio-Fachmarktes würde der Entwicklungsspielraum für nahversorgungsrelevante Sortimente vollständig ausgeschöpft werden, da mindestens vier Erweiterungsbegehren des Lebensmittel-Einzelhandels mit 1.100 Quadratmetern zu berücksichtigen sind“, heißt es in einer Stellungnahme des Planers, der auch das Einzelhandelsentwicklungskonzept für die Stadt Wildeshausen erstellt hat. Mit der Ausschöpfung, so heißt es weiter, sei eine Neuaufstellung des Aldi-Marktes kurzfristig nicht mehr mit dem weitgehend verdränungsneutralen Entwicklungsrahmen kompatibel.

Auf diese Problematik wies auch Hermann Hitz (UWG) hin. „Die Pläne, Aldi auf dem Hamann-Grundstück zu etablieren, würden damit torpediert werden“, sagt er.

„Es geht bei Aldi aber doch um die Mitnahme von Baurecht aus der Dr.-Dürr-Straße und nicht um neues“, entgegnete Rang mit Blick darauf, dass die alten Sondergebiete für Einzelhandel mit dem Weggang von Aldi aufgelöst werden könnten.

Grundsätzlich war sich der Ausschuss einig, einen Bio-Fachmarkt am Westring ermöglichen zu wollen. Allerdings wies Wolfgang Sasse (CDU) darauf hin, dass die Kreuzungssituation an der Bargloyer Straße schwierig werden könnte. „Vielleicht wäre dort ein Kreisverkehr eine gute Lösung“, so Sasse. Dafür würde aber voraussichtlich Grund benötigt, der derzeit Zisch gehöre.

Derartige Fragen müssen später im Rahmen der Beratungen über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan erörtert werden. Der Ausschuss empfahl zunächst, einen derartigen Plan aufzustellen. Damit könnte es vielleicht schon im kommenden Jahr ein deutlich größeres Sortiment an Biowaren in der Kreisstadt geben.

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