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Bilder aus einem Nachlass: So sah Wildeshausen früher aus

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Von: Ove Bornholt

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15 Bilder wurden übergeben: Peter Heinken (Bürger- und Geschichtsverein, von links), Besitzer Jens Mumme sowie Conny Harms und Eva-Maria Ameskamp (BGV).
15 Bilder wurden übergeben: Peter Heinken (Bürger- und Geschichtsverein, von links), Besitzer Jens Mumme sowie Conny Harms und Eva-Maria Ameskamp (BGV). © bor

Aus einem Nachlass wurden alte Bilder Wildeshausens an den Bürger- und Geschichtsverein übergeben. Darunter auch Werke, die das Huder Zollhaus zeigen.

Wildeshausen – Heutzutage wäre das Huder Zollhaus an der Huntestraße in Wildeshausen möglicherweise ein denkmalgeschütztes Kleinod. Jeder Versuch, es abzureißen, wäre dann zum Scheitern verurteilt. In den 1960er-Jahren war das anders. Damals wurde das im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) errichtete Haus sang- und klanglos entfernt. „Die Enttäuschung darüber hat meine Mutter bis an ihr Lebensende nicht verwunden“, sagt Jens Mumme.

Seine Mutter Grete (geborene Nolte) führte in den 1950er-Jahren das Kolonialwarengeschäft der Familie im Huder Zollhaus, bis der Laden pleite ging und sie das Gebäude aus finanziellen Gründen verkaufen musste. „Sie hat mehrfach an die Stadt geschrieben, ob die es nicht haben möchte. Aber niemand hat geantwortet. Und später wurde dann rumgeheult, als es abgerissen wurde“, ärgert sich Mumme. Immerhin sind einige Bilder und Zeichnungen im Familienbesitz geblieben, die er am Montag als Dauerleihgabe an den Bürger- und Geschichtsverein der Stadt überreichte.

Das Huder Zollhaus um 1955: Das Gebäude an der Huntestraße wurde Ende der 1960er-Jahre abgerissen.
Das Huder Zollhaus um 1955: Das Gebäude an der Huntestraße wurde Ende der 1960er-Jahre abgerissen. © BGV

Unter den 15 Aquarell- und Ölbildern, Fotos sowie Zeichnungen sind Ansichten des Zollhauses von innen und außen, Landschaftsbilder aus dem Umland und von Gebäuden aus der Stadt sowie Porträts von Bernhard und Ida Nolte, die Großeltern von Jens Mumme.

Die Werke stammen zum Großteil von Günter Schönfeld und Max Fickhinger. Letzterer hatte eine Schwester von Bernhard Nolte geheiratet. Bekannt ist, dass er aus Berlin stammte und dort wohl später auch wieder lebte.

Wesentlich mehr weiß man über das Huder Zollhaus. Einst diente das Gebäude als Wirtschaftshof für das Kloster in Hude, aber nach dem Mittelalter wurde es zu verschiedenen Zwecken genutzt. Die Familie Nolte betrieb den Kolonialwarenladen seit dem 19. Jahrhundert. Heute befindet sich anstelle des historischen Gemäuers eine Discounter-Kette.

Beim Aufräumen im Keller war Mumme auf die Bilder gestoßen, die er nun aus Platzgründen abgibt. Beim Bürger- und Geschichtsverein werden sie erfasst und dann sicher eingelagert. Wer Interesse hat, kann sie sich auch ansehen. Und möglicherweise werden sie irgendwann einmal Teil einer Ausstellung über das alte Wildeshausen.

Erst einmal freuten sich Peter Heinken, Conny Harms und Eva-Maria Ameskamp allerdings über die Dauerleihgabe. „Wer zu Hause etwas möglicherweise historisch Interessantes liegen hat, sollte es nicht wegwerfen, sondern sich an uns wenden“, so die Mitglieder des Bürger- und Geschichtsvereins.

Kontakt

Wer Aufzeichnungen, Bilder oder anderes historisch interessantes Material hat, kann sich an den Bürger- und Geschichtsverein wenden. Die Mitarbeiter sammeln die Stücke und lagern sie sicher. Kontakt ist unter Telefon 04481/7484099 sowie per E-Mail an buerger-und-geschichtsverein@ewetel.net möglich.

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