Theoretisch bis zu 100 Mbit

Schnelles EWE-Internet bleibt vor der Haustür stecken

Auf den Schaltkästen wirbt die EWE für schnelles Internet.

Wildeshausen - Überall in der Wildeshauser Innenstadt stehen mittlerweile Kästen der EWE, auf denen zu lesen ist: „Hier sind die Mbits drin! Highspeed-DSL von EWE“. Doch nicht jeder kommt in den Genuss der schnellen Leitungen zu günstigen Preisen. Wie beispielsweise ein Anwohner an der Kaiserstraße.

Dort wurden vor Kurzem ebenfalls Verteilerkästen durch die EWE aufgestellt. Immobilienkaufmann Ulrich Stolle-Warkotz freute sich: „Endlich nicht mehr versprochene 16 Mbit, von denen aber nicht einmal 6 hier ankommen, sondern 50 oder gar 100 Mbit.“

Da die Anwohner einen Flyer der EWE in die Briefkästen bekamen, stellte Stolle-Warkotz sofort einen Antrag. Und wurde enttäuscht, denn der Versorger teilte mit: „Danke, dass Sie ein EWE-Produkt beauftragt haben. Ihren Wunsch möchten wir gerne erfüllen, können Ihren Anschluss jedoch zurzeit nicht realisieren.

Stolle-Warkotz fragte nach und erfuhr, dass der Internet-Anbieter in der Straße ein eigenes Lichtwellenleiter-Kabel verlegt hat, das aber nicht die letzten Meter bis ins Haus beinhaltet. Die neuen Verteilerkästen sind daran angeschlossen und könnten die Anwohner nun von dort aus über die letzten Meter Kupferkabel der Telekom mit schnellem Internet versorgen. 

„Dazu stellt die EWE bei der Telekom den Antrag, einen Port freizugeben, auf den wir aufgeschaltet werden könnten.“ Die Telekom gibt aber nach Aussage des Anwohners keinerlei Auskunft darüber, wie viele Ports sie noch verfügbar hat. In seinem Fall waren es offenbar nicht genügend oder die Telekom wollte die verbliebene Anzahl freier Ports für die eigenen Kunden zurückhalten.

„Uns bleiben also nur noch teure Lösungen für schnelles Internet“, so Stolle-Warkotz. So bekam er das Angebot, für knapp 2000 Euro eine Lichtwellen-Standleitung zu beantragen. Diese bietet schnellste Verbindungen, bei 1.000 Mbits, kostet dann aber 399 Euro monatlich.

Die EWE wurde um Auskunft gebeten, ob die Schwierigkeiten mit dem Anschluss häufiger vorkommen. „Das ist immer mal wieder der Fall“, so Konzernsprecher Mathias Radowski. „Für uns ist das sehr ärgerlich, da wir gerne viele Kunden gewinnen möchten. Die derzeitige Infrastruktur lasse aber aktuell keine anderen Lösungen zu. 

dr

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