Aktionen zum Tag des offenen Denkmals

Bier, Bibelgarten und Blasmusik locken Besucher

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Das Chörchen stimmte anlässlich des Tages des offenen Denkmals diverse Volkslieder in Medleys in der Dötlinger St.-Firminus-Kirche an. 

Wildeshausen/Dötlingen - Führungen, Konzerte und Ausstellungen – unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ gab es am Sonntag bundesweit zahlreiche Aktionen in alten Gemäuern. Auch Wildeshausen und Dötlingen beteiligten sich mit diversen Angeboten an dem Tag des offenen Denkmals. Im Fokus standen die jeweiligen Kirchen, aber auch in die Müller-vom-Siel-Kate in Dötlingen sowie in die Privatbrauerei Bannas und das Brennereimuseum in der Kreisstadt zog es die Besucher, die informative Einblicke erhielten.

„Was erhalten wir?“, lautete das Motto in der Wildeshauser Alexanderkirche. Die Idee des Aktionstages, für kulturelles Erbe zu sensibilisieren und es zu öffnen, war auch hier das Leitmotiv. So konnten die Besucher die Orgelempore, die Sakristei und den Bibelgarten erkunden oder einfach das Innere des Sakralbaus in Ruhe auf sich wirken lassen.

„Es kamen schon viele Interessierte aus verschiedenen Orten der Region wie Delmenhorst oder Ganderkesee und sogar welche aus Hannover“, berichtete Gerlinde Plate vom Orgelförderverein. Am Eingang, unter der Orgelempore, hatte sich der Verein postiert, um Geld für den Neubau des Instruments zu sammeln. Über ihr präsentierte Organist Ralf Grössler den Besuchern das Instrument, dessen Klang durch Verfall mittlerweile stark gelitten hat. Das macht die Neuanschaffung nötig.

Auch außerhalb des kühlen Kircheninneren gab es an diesem sommerlichen Tag Programm. So bot Petra Ostermeier vom Verkehrsverein Wildeshausen im Bibelgarten neben dem Gotteshaus Führungen durch die biblische Pflanzenwelt an. „Es ist dieses Mal deutlich ruhiger als im vergangenen Jahr“, erzählte Ostermeier. „Das liegt sicherlich daran, dass damals zur selben Zeit auch ,Genuss am Fluss‘ veranstaltet wurde.“ Dennoch wandelten etliche Besucher auf einem Pfad vorbei an Rosen, mediterranen Kräutern, einem Granatapfelstrauch und einem Apfelbaum. Dessen biblischer Bezug sei umstritten: „Wörtlich erwähnt wird der Apfel in der Bibel nicht unbedingt. Es könnte sich um einen Übersetzungsfehler handeln, denn Malum bedeutet im Lateinischen sowohl Apfel, als auch Unheil“, erläuterte die Gästeführerin.

Neben der testamentarischen Grünanlage präsentierte außerdem die Huntloser Künstlerin Sigrun Münch ihre grafischen Werke aus feinen Linien und Metallbeschlag im Fachwerkhaus.

In Dötlingen lud das Gästeführerteam zu fünf informativen Rundgängen ein – drei bei der von der Dötlingen Stiftung sanierten Müller-vom-Siel-Kate, wo es auch eine Ausstellung zu sehen gab, und zwei in der St.-Firminus-Kirche. Das Gotteshaus bildete zudem die Kulisse für den Abschluss des Aktionstages im Golddorf. Posaunenchor und Chörchen gestalteten ein gemeinsames Konzert.

„Viele Menschen haben den Tag genutzt, um in Gebäude zu blicken, die sonst zum Teil verschlossen sind“, sagte Pastorin Claudia Hurka-Pülsch zur Begrüßung der Zuhörer und wies darauf hin, dass die Kirche täglich geöffnet ist. „Sie brauchen also nicht bis zum nächsten Tag des offenen Denkmals warten. Musikalisch betreten Sie heute aber einen besonderen Raum“, weckte sie Vorfreude auf das Konzert, das Barockstücke und Volkslieder-Medleys ebenso bot wie preisgekrönte Werke.

Zu Letzteren zählte die „Dresdner Fanfare“, mit der Traugott Fünfgeld den dritten Preis beim diesjährigen Kompositionswettbewerb zum evangelischen Posaunentag in Dresden gewonnen hatte. Der Dötlinger Posaunenchor unter der Leitung von Manfred Rose läutete mit eben jenem Stück das Konzert ein, ehe das Chörchen unter der Leitung von Organist Markus Häger das schottische Lied „Skye boat song“ anstimmte.

Zu jedem Werk hielten die Mitglieder der beiden Ensembles Geschichten parat. Mal ging es um die Liebe, mal um den Herbst. Bläser und Sänger entführten unter anderem nach Schottland, an den französischen Königshof sowie in die Zeit der Sklaverei – ein vielseitiges Konzert, das mehr als rund 30 Zuhörer verdient gehabt hätte. 

 pp/ts

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