Chorprojekt übt weltliche Stücke ein / Sänger sehr engagiert bei der Sache

Bialek komponiert „Wildeshausen Lied“

Walter Bialek leitet die Mitglieder des Chors an. Foto: Rinne

Wildeshausen - Von Holger Rinne. Während der letzten diesjährigen Probe des Chorprojekts zum Stadtjubiläum 2020 hat Dirigent Walter Bialek ein bisher streng gehütetes Geheimnis gelüftet. Der Wildeshauser hat eigens zur 750-Jahr-Feier und für das Chorprojekt ein „Wildeshausen Lied“ komponiert. „Wer hier lebt, der will hier bleiben, wer muss geh´n, kommt gerne heim“, heißt es in dem von ihm verfassten Text. Die Wildeshauser dürfen auf die offizielle Premiere gespannt sein.

Weit mehr als 100 Sänger wollen am 20. Juni 2020 den ökumenischen Kirchentag mit einem Konzert in der Alexanderkirche eröffnen. Es wird einer der Höhepunkte zu den Feierlichkeiten „750 Jahre Bremer Stadtrechte für Wildeshausen“. Während im ersten Teil des Konzertes die „Vater-Unser-Messe“ von Lorenz Maierhofer aufgeführt wird, gestaltet Bialek den zweiten Teil mit weltlicher Musik. „Es wird deutsch, englisch und italienisch gesungen“, deutet der Musikpädagoge nur an. Mehr will er über das Programm noch nicht verraten. Oft haben die Sänger die Texte noch nicht gemeinsam proben können; denn bis Ende Oktober stand ausschließlich die Messe unter dem Dirigat von Frauke Willers auf dem Plan.

Bialek findet während der Probe klare Worte. „Mir geht es im ersten Durchgang darum, richtige Töne zu haben. Schön kommt danach“, erklärt er und greift stehend in die Tasten seines Klaviers, um sich im nächsten Moment zum Chor zu bewegen. „Jetzt mal die Bässe. Nun der Alt. Alt und Bass zusammen“, fordert er den Einsatz der Sänger. Phrase für Phrase wird wiederholt. Akribisch feilt er an der Artikulation, an der Phrasierung und der Dynamik. Schnell werden Fortschritte hörbar. Bialek ist ein wahres Energiebündel. Seine Begeisterung lockt die Sänger aus der Reserve, weil er trotz aller Akribie locker bleibt. Damit erzielt er schnell Erfolge.

Zwei aus jeder Stimme sollen nun vor die Gruppe treten. „Nun singt das Lied bitte mal so, wie ihr es vor der Probe gesungen habt. Ihr dürft ruhig übertreiben“, fordert er den Rest des Chores auf. Die Kostprobe ähnelt eher einem Gegröle als einem ansprechenden Gesang. Danach folgt das Kontrastprogramm mit allen eingeübten Korrekturen – ein Unterschied wie Tag und Nacht. „Wenn ihr es auch nicht so im Chor wahrnehmt, hier vorne wird der Unterschied deutlich“, versichert Bialek. Die Testhörer geben ihm recht.

Der St.-Peter-Chor wird durch Stimmen aus Dötlingen, Brettorf, Goldenstedt, Wardenburg, Großenkneten, Harpstedt und Vechta verstärkt. Die Art und Weise, wie Bialek Musik vermittelt, ist es auch, die viele der Sänger angelockt hat.

„Durch meine beiden Söhne habe ich bereits an einem gemeinsamen Eltern-Kind-Chorprojekt teilgenommen. Das hat mir damals sehr gut gefallen. Deswegen bin ich hier“, berichtet Elke Barlage aus Brettorf, die sonst im „TonArt“ Chor musikalisch beheimatet ist.

Franz Bahlmann aus Wildeshausen war zunächst ein wenig skeptisch. Nun ist er sich aber sicher, dass der Chor etwas Großartiges erarbeiten, aufführen und dabei mit einem Leiter wie Bialek auch Spaß haben kann.

Frank Burchhard singt bereits seit mehreren Jahren im Chor St.-Peter. Für ihn bringt die Musik nicht nur Spaß, sondern auch einen Ausgleich zum Berufsleben.

Heike Cordes aus Dötlingen ist ebenfalls seit mehreren eine aktive Sängerin. Sie hat sich im Frühjahr bei einer Infoveranstaltung im „Wildeshauser Hof“ von dem Projekt überzeugen lassen. „Ich finde es klasse, in so einem stimmgewaltigen Chor zu singen“, beschreibt sie ihre Motivation.

Diese Meinungen stützen die These des Mitinitiators des Projektes, Uwe Leinemann. „Junge Menschen kann ich nur durch solche Projekte für den Chorgesang begeistern. Die traditionellen Vereine schaffen das nicht mehr“, so der erste Vorsitzende der Chorgemeinschaft St.-Peter.

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