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Bezirksförster soll Wolfsrisse begutachten – weiß aber nocht nicht, wie

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Von: Ove Bornholt

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Bei vermuteten Wolfsrissen wie hier in Ahlhorn vor ein paar Jahren soll künftig Bezirksförster Michael Feiner die Begutachtung übernehmen.
Bei vermuteten Wolfsrissen wie hier in Ahlhorn vor ein paar Jahren soll künftig Bezirksförster Michael Feiner die Begutachtung übernehmen. © jb

Mögliche Wolfsrisse sollen seit Kurzem den Bezirksförstern gemeldet werden. Der Bezirksförster für Wildeshausen ist aber noch nicht geschult.

Wildeshausen – Seit dem 1. Februar sollen sich nicht mehr die Wolfsberater um die Begutachtung von Nutztierrissen kümmern, sondern die Bezirksförster. Vor Kurzem hatte das Land diesen Teil des Wolfs-Managements neu geregelt. Im Bereich von Wildeshausen wäre Michael Feiner Ansprechpartner, aber er ist noch nicht dafür geschult worden, wie eine Nachfrage unserer Zeitung bei der Landwirtschaftskammer (LWK) ergeben hat.

„In der aktuellen Startphase haben zunächst die Förster in Nord- und Ostniedersachsen, wo die Wölfe besonders aktiv sind, die spezielle Fortbildung zur Aufnahme von Rissbegutachtungen bei Nutztieren erhalten“, teilte die Kammer mit. Bis alle Förster in den übrigen Landesteilen, so auch im Gebiet des Forstamts Weser-Ems, entsprechend geschult seien, würden dort bereits weitergebildete Forstfachleute die Rissbegutachtungen übernehmen. Ihr Einsatz werde über die Kollegen an der Hotline 0511/36651500 koordiniert. „So gibt es von Anfang an flächendeckend Zuständige für Nutztierrisse. Unsere Bezirksförster wurden beziehungsweise werden von einer sehr erfahrenen Veterinärin in allen Aspekten geschult, die für eine kompetente Rissbegutachtung notwendig sind. Alle Förster verfügen ohnehin bereits über den Jagdschein und bringen dadurch eine sehr gute Vorbildung in Zoologie, Ökologie und Wildbiologie mit“, so der Sprecher weiter.

Wenn es um Nutztierschäden mit dem Verdacht eines Wolfsangriffs geht, soll am besten die eben genannte Rufnummer gewählt werden. Zu den möglichen Nutztierschäden durch Wolfsangriffe zählen zum Beispiel verschollene, tote und verletzte Nutztiere sowie der Ausbruch einer Herde.

Rissgutachtung wichtig für die Versicherung

Künftig soll Bezirksförster Feiner Nutztierhaltern zu Hilfe kommen, die bei einem Schaden – zum Beispiel verschollene, tote und verletzte Tiere oder der Ausbruch einer Herde – den Verdacht haben, dass ein Wolf Verursacher ist. Er nimmt eine Rissbegutachtung vor, sichert Spuren vor Ort und erstellt ein Protokoll, das wichtig ist für eine mögliche Entschädigungszahlung.

Ansonsten kommt es ganz auf das „Wolfs-Anliegen“ an, an wen Bürger oder Nutzzierhalter ihre Anfragen richten sollen: „Für allgemeine Infos zum Wolf, bei Wolfssichtungen und bei Wildtierrissen sind weiterhin die Wolfsberater beziehungsweise das Wolfsbüro beim niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zuständig“, heißt es von der Kammer. „Unsere Förster sind also nicht zu Wolfsberatern geworden.“

In Wildeshausen sind Wölfe bis jetzt nicht so stark aktiv. Damit die Förster ihre eigentlichen Aufgaben nicht vernachlässigen, werden laut LWK zusätzliche Mitarbeiter dort eingestellt, wo der Arbeitsaufwand größer ist, weil mehr Wölfe unterwegs sind.

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