Zukunft des Arealsungewiss

80 Bewohner gemeldet, doch Campingplatz in Aumühle ist verwaist

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Kein Zugang mehr zum Campingplatz in Aumühle.

Wildeshausen - Das Tor ist verschlossen, auf einem Briefkasten am Gitter stehen handschriftlich mehrere fremdländisch klingende Namen untereinander. Ein Mann bulgarischer Herkunft zieht die Post aus der Klappe, weil wohl der Schlüssel fehlt. Er spricht kaum deutsch. Bis auf wenige Bewohner beherbergt der Campingplatz in Aumühle offensichtlich keine Menschen mehr. Allerdings sind dort noch etwa 80 Personen behördlich gemeldet.

Seit wenigen Tagen ist der Camping-Betrieb auf dem Areal komplett eingestellt, nachdem es mehrere Jahre Zwist über die Nutzung von Wohnwagen und festen Behausungen gegeben hatte. Das Bauamt des Landkreises Oldenburg hatte noch vor wenigen Monaten von „slumartigen Zuständen“ auf dem Platz gesprochen und dann dafür gesorgt, dass die Genehmigung für einen Weiterbetrieb entzogen wurde.

Schon vor über einem Jahr hatte es die Verfügung gegeen, Gebäude zu entfernen und Bäume zu fällen, weil der Brandschutz nicht gewährleistet werden konnte. Nur wenige Bewohner hatten darauf reagiert, sodass das Bauordnungsamt mit härteren Bandagen agierte.

Das Areal ist zwar noch immer nicht komplett geräumt, doch es gibt keine Bewohner mehr dort. Der Besitzer bietet per Zettel am Eingangstor Altwohnwagen zum Verkauf an. Es ist eine Handynummer aufgeführt.

Das Gelände durfte laut Baurecht immer nur als Campingplatz genutzt werden. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes kann nur durch die Stadt Wildeshausen erfolgen. Die Politik hat daran aber bislang kein Interesse gezeigt. Denkbar wäre es beispielsweise gewesen, dort ein Wochenendhausgebiet auszuweisen.

Die Entscheidung, was nun mit dem Gelände passieren soll, liegt allein beim Besitzer. Der möchte sich zur Zukunft des Platzes jedoch nicht äußern. Eine weitere Verwendung als Campingplatz wäre genehmigungsfähig. Dann aber nur mit Zelten, Wohnwagen und sehr kleinen festen Anbauten.

Das Areal wurde zuletzt kaum noch von Erholungssuchenden genutzt. Es wohnten dort vorwiegend Bulgaren und Ungarn mit ihren Familien. Die Kinder besuchten vorwiegend die Wallschule in Wildeshausen. Wie viele von ihnen im kommenden Schuljahr noch da sein werden, weiß derzeit niemand. Bei der Stadtverwaltung haben sich keine Bewohner des ehemaligen Campingplatzes mit dem Wunsch gemeldet, eine Wohnung zu bekommen. Ganz offenbar haben sich die wenigsten der in Aumühle gemeldeten Bürger bei der Stadt abgemeldet. Es ist davon auszugehen, dass sie einfach weitergezogen sind. Vielleicht auf andere benachbarte Plätze. Dorthin, wo noch nicht so genau kontrolliert wird und das Wohnen in einfachen Behausungen relativ günstig ist...

dr

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