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Betten und Tragen aus Wildeshausen: Malteser schicken Hilfskonvoi nach Vilnius

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Von: Ove Bornholt

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Verladen: Tobias Haupt von den Maltesern hat das Material aus Wildeshausen nach Lutten gebracht.
Verladen: Tobias Haupt von den Maltesern hat das Material aus Wildeshausen nach Lutten gebracht. © Siemer/Malteser

Die Malteser aus dem Landkreis Oldenburg lassen Hilfsgüter nach Litauen transportieren: Damit wird eine Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge ausgestattet.

Wildeshausen/Lutten/Vilnius – Die Malteser im Landkreis Oldenburg haben Material für die Ausstattung eines Flüchtlingslagers in Litauen aus ihren Beständen zur Verfügung gestellt. „Sechs Zelte, 20 Tragen, 50 Feldbetten, eine Zeltheizung und Kleinmaterial wie Decken“, listet der Kreisbeauftragte der Malteser, Thomas Siemer, auf, was an Hilfsgütern zusammengekommen ist.

Das Material stammt von den Standorten in Sandkrug, Ganderkesee, Harpstedt und Wildeshausen. In der Kreisstadt wurde es seit Anfang der Woche gesammelt und am Mittwoch nach Lutten gebracht. In der Gemeinde Goldenstedt befindet sich ein Sammellager, in das auch Hilfsgüter aus dem Landkreis Vechta geliefert worden sind. Kommende Woche soll der Transport per Lastwagen in die litauische Hauptstadt Vilnius erfolgen.

Hilfe scheint dringend notwendig

Dort scheint die Hilfe dringend notwendig zu sein. „Viele ukrainische Geflüchtete wollen nach Litauen, unter anderem wegen der Sprache“, informiert Siemer über die Lage in dem baltischen Land. „Die werden dort gerade überrannt.“ Zwar gebe es bereits ein Flüchtlingslager der litauischen Malteser, doch das werde nun wegen des starken Ansturms der Flüchtlinge erweitert. Insgesamt würden 250 Feldbetten benötigt. Über das internationale Netzwerk der weltweit tätigen Malteser gelangte die Bitte um Unterstützung nach Wildeshausen beziehungsweise in den Landkreis Oldenburg, wo die lokalen Ableger der Hilfsorganisation dem Ansinnen gerne nachkamen.

„Wir haben geguckt, was wir entbehren können“, sagt Siemer. Allerdings sind die Lager nicht unendlich. „Das ist jetzt mit das Letzte, was wir abgeben können. Wir müssen ja auch den Katastrophenschutz im Landkreis Oldenburg aufrechterhalten. Nicht dass wir nachher nur noch unsere Fahrzeuge und das Material darauf haben.“ Man wisse ja nicht, was noch komme.

Rettungswagen bei Lemberg eingesetzt

Ob und in welchem Umfang es Ersatz für das Material gibt, sei zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Die Malteser rechnen nicht damit, dass die Zelte und Co. schnell in den Landkreis zurückgebracht werden – wenn überhaupt. Das war bei der Flüchtlingskrise 2015 noch anders, als die Ausrüstung, etwa für die Notunterkünfte in Turnhallen, ersetzt wurde.

Dass jetzt wieder geholfen werden muss, stand für die Helfer aus Wildeshausen und dem Landkreis allerdings außer Frage. „Was wir von den Maltesern in der Ukraine hören, ist grausig“, so Siemer, der unweigerlich an die Bilder der zerstörten Städte nach dem Zweiten Weltkrieg denken muss, über Berichte von Kollegen vor Ort.

Es ist nicht das erste Mal, dass die lokalen Malteser Material schicken. Wie berichtet, stellten sie einen ausgemusterten Rettungswagen zur Verfügung, der ansonsten verkauft worden wäre. Das Fahrzeug und ein weiteres aus dem Landkreis Vechta wurden inzwischen an die Malteser in der Ukraine übergeben. „Bislang sollen sie noch fahren. In Lemberg und umzu“, so Siemers Wissensstand. Der Wagen könnte aber auch woanders eingesetzt werden. „So ganz genau wissen wir das nicht.“

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