Brettorfer zu einer Geldstrafe verurteilt

Betrunken Straftat vorgetäuscht

Brettorf/Wildeshausen - Von Tanja Schneider. Wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr sowie Vortäuschens einer Straftat ist ein Brettorfer am Montag vom Wildeshauser Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 300 Euro verurteilt worden.

Strafmildernd wertete der Richter das umfassende Geständnis. Gleichzeitig appellierte er an den Angeklagten, dass jetzige Urteil als Warnung zu verstehen und sich in Sachen Alkohol künftig zurückzuhalten.

Da der 36-Jährige alle Vorwürfe einräumte, musste der einzige geladene Zeuge nicht mehr gehört werden. Mit diesem war der Brettorfer in der Tatnacht, am 7. April des Jahres, unterwegs gewesen. Laut Anklage fuhr er mit einem Alkoholwert von 1,68 Promille mit seinem Fahrrad gegen einen Zaun, stürzte und verletzte sich. Gegenüber der Polizei gab er jedoch an, Opfer eines Verkehrsunfalles gewesen zu sein. Ein schwarzer VW Passat habe ihn angefahren. Eine Lügengeschichte – wie der Angeklagte einräumte: „Es tut mir auch leid“, sagte er.

Im Rahmen seines Geständnisses schilderte er, dass er gemeinsam mit seinem Kumpel getrunken hatte. Dann waren sie nach Neerstedt geradelt, um Drogen zu kaufen. Ein toxikologisches Gutachten wies beim Angeklagten später auch Cannabis und Amphetamine nach. Auf dem Rückweg nach Brettorf sei er gegen den Pfeiler gefahren. Aufgrund seiner Verletzungen am Kinn habe er schließlich von zu Hause aus den Rettungswagen gerufen. „Ich bin auch ins Krankenhaus gekommen, wo ich genäht wurde“, erzählte er.

„Lügengeschichte“ hat keine weitreichenden Folgen

Die Polizei war seinen Angaben zufolge vom Rettungsdienst alarmiert worden. Den Beamten habe er die Lügengeschichte aufgetischt, weil er den Drogenverkäufer nicht mit hineinziehen wollte. Diese Erklärung erschloss sich dem Staatsanwalt nicht. „Sie hätten ja gar keine Story erzählen müssen“, wandte er ein. Der Brettorfer entgegnete, dass er alkoholisiert ein komplett anderer Mensch sei. „Das hat mit meinen psychischen Störungen zu tun“, sagte er und legte dem Richter einen medizinischen Bericht vor.

Eine verminderte Schuldfähigkeit wurde bei dem Angeklagten aber nicht angenommen. „Ihm war durchaus bewusst, dass man nicht betrunken fahren darf“, meinte der Staatsanwalt auch mit Blick auf die drei Verkehrsdelikte, wegen derer sich der 36-Jährige bereits in vergangenen Jahren verantworten musste, darunter auch fahrlässige Trunkenheit im Verkehr. „Da er diesmal ,nur‘ mit dem Fahrrad unterwegs war, hat er in erster Linie sich selbst gefährdet“, so der Staatsanwalt, der deshalb für eine Geldstrafe plädierte.

Und auch die „Lügengeschichte“ hatte keine weitreichenden Folgen. Denn zu Ermittlungen war es noch nicht gekommen. „So falsch sie sich damals verhalten haben, so richtig war es, heute reinen Tisch zu machen“, sagte der Richter.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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