30-Jährige hat in 40 Fällen Internetkunden um ihr Geld gebracht

Betrügerin muss 25 Monate mit Tochter in Haft

Betrug im Internet: Eine 30-Jährige muss nun erneut ins Gefängnis.
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Betrug im Internet: Eine 30-Jährige muss nun erneut ins Gefängnis.

Wildeshausen – Zwei Jahre und einen Monat lang muss eine 30-jährige Frau ins Gefängnis, weil sie kurz nach einer auf fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe in Höhe von 23 Monaten schnell wieder betrügerisch aktiv wurde.

Angeklagt waren am Montag vor dem Schöffengericht in Wildeshausen 31 Fälle des gewerbsmäßigen und neun des einfachen Betruges. Da half es der Frau auch nicht mehr, dass sie, nach einem Jahr und vier Monaten Haftzeit mit ihrem Kleinkind für die vorangegangenen Taten, nun ein geordnetes Leben mit ihrem Partner, einem Realschulabschluss sowie einer Privatinsolvenz anstrebt.

„Hier war keine Bewährung mehr möglich“, so die Richterin, die der 30-Jährigen hohe kriminelle Energie bescheinigte und deutlich machte, dass ein Urteilsspruch nicht unter den vorangegangenen liegen dürfte.

Die Frau lebt seit 2016 in einer Beziehung mit ihrem 29-jährigen Partner – zuerst in Delmenhorst, dann in Kirchseelte und nun im Landkreis Diepholz. Sie bot in der Zeit vom 19. Juli 2018 bis zum 14. Juli 2019 über Internetplattformen Waren wie elektrische Geräte und Spielzeug für Summen bis zu einigen Hundert Euro an, ohne sie zu besitzen. Dann kassierte sie das Geld – insgesamt 4 685 Euro – und bezahlte damit den Lebensunterhalt der kleinen Familie.

Partner ist unbescholten

Der Staatsanwalt hatte ebenso den Verlobten angeklagt, weil Konten über ihn liefen. Der Mann konnte aber glaubhaft versichern, dass er sich nie um die Finanzen der Familie gekümmert hatte – auch nicht um den Verbleib seines Gehaltes. Zudem war er nach eigenen Aussagen ahnungslos, was die Geschäfte seiner Partnerin betraf. Diese verheimlichte vor ihm sogar die Gerichtsverfahren und beichtete ihm erst einen Tag vor Haftantritt im August 2019, dass sie mit der gemeinsamen Tochter für mehr als ein Jahr ins Gefängnis müsse.

Vor Gericht weinte die Frau immer wieder und nahm alle Schuld auf sich. „Ich war unzufrieden mit meinem Leben“, berichtete sie. „Ich hatte Angst, dass ich meinen Freund verliere.“ Deshalb habe sie ihm Geschenke gemacht und verheimlicht, woher das Geld gekommen war.

Allerdings hatte die Angeklagte schon seit dem Jahr 2014 betrogen und war von den Gerichtsverhandlungen sowie den Urteilen nicht abgeschreckt worden, weitere Taten zu verüben.

Hohe Schulden belasten Frau

„Das wird nicht wieder passieren“, beteuerte sie. Nun habe sie reinen Tisch gemacht, ihr Partner wisse alles, und sie wolle ein geregeltes Leben führen sowie selbst Geld verdienen. Ihre Mandantin habe im Gefängnis gemerkt, dass sie ihr Leben grundlegend ändern müsse, betonte die Verteidigerin. Ihr Partner halte weiter zu ihr und habe zumindest die Schulden, die ihn betrafen, beglichen. Die Angeklagte hingegen hat noch 60 000 Euro Schulden – unter anderem wegen nicht bezahlter Krankenversicherungsbeiträge.

Der Staatsanwalt plädierte bei dem Mann auf Freispruch. Bei der Frau sah er keine Grundlage mehr für eine Bewährungsstrafe. Dem schlossen sich Richterin und Schöffen an. Sie kritisierten, dass es bei der Angeklagten auch kein Zeichen der Reue für das gegeben hatte, was sie ihren Opfern angetan hatte. Es führe angesichts der Vorstrafen kein Weg an einer erneuten Haftstrafe vorbei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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