„Wir sind ein Teil dieser Stadt“

Muslimische Gemeinde Wildeshausen stellt ihre Moschee fertig

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Mittlerweile ist auch von außen zu erkennen, dass sich an der Daimlerstraße eine Moschee befindet.

Wildeshausen – Im Wildeshauser Gewerbegebiet an der Daimlerstraße hat der Verein für Bildung und Sport seit 2016 eine ehemalige Gewerbehalle zu einem Veranstaltungs- und Gebetszentrum umgebaut.

Mittlerweile sind die Räume der Imam-Al-Harariy-Moschee von den 30 Wildeshausern muslimischen Glaubens komplett neu gestaltet und geschmückt sowie mit Sanitärräumen in einem Anbau versehen worden. Schon bald soll nach Angaben des Sprechers der Gemeinde, Mohamad Fakhro, zudem ein Nebengebäude auf dem Grundstück so umgebaut sein, dass dort gekocht und gespielt werden kann.

Muslime fühlen sich gut integriert

Die Muslime aus dem Libanon, Pakistan, Syrien, der Türkei sowie kurdischen Gebieten leben zum Teil seit Jahrzehnten in Wildeshausen und fühlen sich gut integriert. „Wir sind ein Teil dieser Stadt“, sagt Mohamad Fakhro, Sprecher des Vereins.

Die Gemeinschaft wurde schon im Jahr 2000 gegründet und sieht sich als Ansprechpartner für alle liberalen Muslime in der Region. Bislang fehlte allerdings ein Ort, wo sich die Gläubigen treffen können. Nun steht er allen Muslimen – aber auch jedem anderen Interessierten – zur Besichtigung offen. So ist geplant, am bundesweiten „Tag der Moschee“ am 3. Oktober teilzunehmen.

Regelmäßiges Freitagsgebet und Islamunterricht

„Wir haben beispielsweise Gläubige von anderswoher, die von der Autobahn abfahren und hier beten“, erzählt Fakhro. „Muslime beten überall, wo eine Moschee ist. Da ist die genaue Glaubensausrichtung nicht so entscheidend.“

Als regelmäßige Veranstaltungen finden in dem Gotteshaus das Freitagsgebet und der allgemeine Islamunterricht für Männer und Frauen statt. Die Predigten werden auf Arabisch gehalten. An der Stirnseite des Raumes laufen aber auf einem Monitor Simultanübersetzungen auf Türkisch und Deutsch. Der Islam- und Arabischunterricht erfolgt unter dem Gebrauch des Korans. „Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, als so die Sprache zu lernen“, ist Fakhro überzeugt.

Fastenbrechen nach neun Monaten Bauzeit

Am Wildeshauser Gemeindezentrum haben viele Mitglieder mitgearbeitet. Nach rund neun Monaten Bauzeit konnten sie im Juni 2017 erstmalig das Fastenbrechen in den neuen Räumen feiern. Damals fehlten aber noch der Teppich und schmückende Ornamente.

Mittlerweile ist der Gebetsraum komplett fertig. An der Decke hängt ein großer Kronleuchter. „Wir haben Wochen benötigt, um die Glasteile anzuhängen“, erzählt Fakhro.

Extremismus wird in Gemeinde nicht geduldet

Bislang, so der Sprecher, gab es kaum Anfeindungen gegen die Gemeinde. Ab und zu seien zwar kritische Töne in den sozialen Netzwerken veröffentlicht worden, aber das habe kaum ein Echo gefunden. „Wir laden alle ein, sich bei uns zu informieren und mit uns zu diskutieren. Allerdings bleibt bei uns Politik außen vor“, so Fakhro. Er betont zudem, dass auch extremistische Meinungen nicht geduldet werden. „Mein Vater hat Extremismus im Libanon erlebt. Er hat uns gewarnt, dass das nicht akzeptabel ist und ins Verderben führt“, so Fakhro. Mit dieser Linie fahren die Wildeshauser offenbar gut. „Wir hatten schon länger keine Probleme mehr mit Extremisten“, betont der Sprecher.

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