Über das Leben mit Sehbeeinträchtigungen

Besucher können Behinderung am eigenen Leib erfahren

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Erika Lindemann informiert über das Leben mit Sehbeeinträchtigungen. Ihre Assistenzhündin „Lucky“ hilft ihr im Alltag.

Wildeshausen - Blindheit und Sehbehinderungen können plötzlich durch einen Unfall oder langsam durch eine Krankheit auftreten. Die Wildeshauserin Erika Lindemann will als Betroffene aufklären und helfen.

„Wenn man schlechter sieht, hat man erst mal einen großen Berg vor sich“, weiß sie aus eigener Erfahrung. „Welche Fördermittel gibt es? An wen kann ich mich wenden? Wo gibt es Hilfe?“ Antworten auf diese Fragen gibt es beim Seh- und Blindentreff in Wildeshausen, bei dem sich die 56-Jährige seit etlichen Jahren engagiert. Der Verein ist am Donnerstag, 11. Oktober, auf dem Wochenmarkt sowie am Sonnabend, 13. Oktober, auf dem Marktplatz jeweils von 9 bis 12 Uhr mit einem Infostand vertreten.

„Die Besucher sollen sich in die Lage von Sehbehinderten hineinversetzen“, wünscht sich Lindemann. Dafür hat sie Brillen dabei, die vier verschiedene Arten der Beeinträchtigung simulieren. Etwa die charakteristischen dunklen Flecken der Diabetischen Retinopathie oder der Tunnelblick, den Erkrankung Retinitis Pigmentosa verursacht. Außerdem gibt es Blindenstöcke zum Ausprobieren sowie einige „Tastsäckchen“, deren unterschiedliche Inhalte die Standbesucher erfühlen sollen.

Lindemann sowie der rund 15-köpfigen Gruppe vom Seh- und Blindentreff geht es auch darum, „Wege zu finden, um weiter am Leben teilzunehmen“, erläutert sie. „Wir sind nicht behindert, uns werden Behinderungen gemacht“, sagt die Wildeshauserin. Sie vermittelt unter anderem Koch- und Filzkurse sowie Seminare zur Bedienung von Smartphones, die durch Spracheingabe und Vorlesefunktionen zu guten Hilfsmitteln geworden seien.

Assistenzhündin wichtige Unterstützung

Lindemanns wichtigste Unterstützung im Alltag außerhalb ihres Hauses ist jedoch ihre Assistenzhündin „Lucky“, die sie seit mehr als sechs Jahren begleitet. „Sie darf überall mit rein“, berichtete die Wildeshauserin. Etwa zwei Jahre lang wurde die Mischung aus Labrador und Golden Retriever für ihren Einsatz ausgebildet. Denn sie muss eine Vielzahl von Kommandos befolgen können und aufs Wort hören. 

Schließlich ist Lindemann auf die Aufmerksamkeit des Tieres angewiesen. Gibt sie den Befehl „An Bord“, ist „Lucky“ nicht nur in der Lage, Bordsteinkanten als Hindernis zu erkennen, sondern stoppt auch bei einer veränderten Bodenpflasterung. Lindemanns Begleiterin ist auch beim Stand dabei – allerdings im Dienst. Dann darf sie nicht abgelenkt werden, Streicheleinheiten sind tabu. „Sobald sie das Geschirr trägt, ist sie im Arbeitsmodus“, so Lindemann.

pp

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