Landesbetrieb untersucht und bewertet die Qualität der Fließgewässer im Landkreis

Bestnote: „mäßig“

Zu hoch und viel zu hoch: Im Landkreis Oldenburg wird an allen Messstellen der Stickstoffgrenzwert überschritten (rot), teils sogar doppelt (violett).
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Zu hoch und viel zu hoch: Im Landkreis Oldenburg wird an allen Messstellen der Stickstoffgrenzwert überschritten (rot), teils sogar doppelt (violett).

Wildeshausen/Landkreis – Wie es um die Wasserqualität der Flüsse und Bäche im Landkreis Oldenburg bestellt ist, kann man ihnen nicht ansehen. Doch misst und bewertet der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) fortlaufend die Güte auch der hiesigen Fließgewässer. Während der jüngsten Sitzung des Kreis-Umweltausschusses am Dienstag in Wildeshausen hat Petra Neumann vom NLWKN einige aktuelle Werte vorgestellt.

Und die sehen – für die Belastung mit Stickstoff und Phosphor – nur selten gut aus. Zwar weisen die Werte teils eine fallende Tendenz auf, berichtete die Expertin. Doch kommen in der ökologischen Bewertung weder Hunte, Delme noch Visbeker Aue über ein „mäßig“ hinaus. Teilweise stellenweise vergibt Landesbetrieb auch ein „unbefriedigend“ oder gar ein „schlecht“. Neumann: „Keines der Fließgewässer ist in einem guten Zustand.“ Die Aufzeichnung erfolgt im Rahmen des landesweiten Systems zu Gewässerüberwachung seit 1980.

An allen insgesamt zwölf Messstellen überschreiten die Bäche und Flüsse den gesetzlichen Stickstoff-Grenzwert von 2,8 Milligramm je Liter. An zwei Punkten – in der Hunte und der Visbeker Aue – sogar deutlich, nämlich um mehr als das Doppelte. Das sei „überraschend“ gewesen, sagte Neumann. „Es ist eine Tendenz zu sehen, die absinkt, aber immer noch nicht gut ist“, ordnet sie das Ergebnis ein.

Etwas anders sehe es beim Phosphor aus, führte die NLWKN-Mitarbeiterin weiter aus. In diesem Bereich sind die Daten in Gesamt-Phosphor und Ortho-Phosphat unterschieden. Letzteres regt nicht zuletzt das Wachstum der Pflanzen an und kann von diesen sofort aufgenommen werden. So sei die Menge des gemessenen Phosphors generell „eher gleichbleibend“, so Neumann, doch seien in der Lethe steigende Werte gemessen worden. Die Delme habe ein „großes Phosphor-Problem“ und sei dahin gehend als „belastet“ anzusehen. Die Grenzwerte für das Ortho-Phosphat seien hingegen in allen Gewässern unterschritten. Das sei „erfreulich“, so Neumann. Dadurch sei die Eutrophierungstendenz – das unerwünschte Pflanzenwachstum im Wasser aufgrund der Nährstoffzufuhr – nicht mehr ganz so hoch und sinke auch langsam ab. Was Stickstoff und Phosphat angehe, so gebe es in ganz Niedersachsen „ein Nährstoffproblem“. Doch belässt es die Auswertung nicht nur bei der reinen Beschreibung, sondern ermittelt ebenso den Minderungsbedarf und listet Eintragsquellen auf. Eine Stickstoffminderung müsse überall erfolgen, die Phosphormengen sollten in einem Großteil der Wasserkörper verringert werden.

Eintragsquellen ausgewertet

Für die Herkunft der Einträge unterscheidet des NLWKN zwischen „diffusen“ und „punktuell oder urbanen Quellen“. Zu der ersten Kategorie gehört die Landwirtschaft (etwa durch Dränageabfluss, Bodenerosion oder Grundwasserabfluss). Zur zweiten Sparte werden kommunale Abwässer (Kläranlagen) oder der Ablauf von Siedlungsgebieten (etwa über die Kanalisation oder versiegelte Flächen) gerechnet. So stammen 91 Prozent des Stickstoffs aus der Landwirtschaft, fünf Prozent aus Kläranlagen und vier Prozent aus der Kanalisation. Für den Phosphor-Eintrag kommt das NLWKN auf 76 Prozent Landwirtschaft, 18 Prozent Kanalisation und sechs Prozent Kläranlagen. An allen 35 Wasserkörpern im Landkreis Oldenburg sei die Landwirtschaft als Quelle identifiziert worden, so Neumann. Im Kreis Clopppenburg etwa sei auch eine Kläranlage mit dabei.

Alle Karten und Ergebnisse können beim NLWKN heruntergeladen werden.

Die Hunte bei Wildeshausen: Bildschön, aber die Wasserqualität könnte entlang ihres Laufes im Landkreis an einigen Stellen deutlich besser sein.

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