1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Wildeshausen

Innenstadt-Verkehrsberuhigung in Wildeshausen: Fiasko oder Besserung?

Erstellt:

Von: Ove Bornholt

Kommentare

Begegnungsverkehr? Den könnte es nach dem Vorschlag von „Pro Wildeshausen“ auf der Huntestraße nicht mehr geben.
Begegnungsverkehr? Den könnte es nach dem Vorschlag von „Pro Wildeshausen“ auf der Huntestraße nicht mehr geben. © bor

Zum Innenstadt-Verkehr in Wildeshausen hat wohl jeder eine Meinung. Jetzt sollen sich die Rats-Fraktionen äußern. Schon jetzt ist klar: Einigkeit gibt es nicht.

Wildeshausen – Wie geht es weiter mit dem Verkehr in der Wildeshauser Innenstadt? Die einen haben durchaus Ideen, die anderen wollen am liebsten alles so lassen, wie es ist. Diese beiden Meinungen zeigten sich am Donnerstagabend im Bauausschuss. Nun sollen erst einmal Vorschläge gesammelt werden.

Die Fraktion „Pro Wildeshausen“ hatte angeregt, Hunte- und Westerstraße in Richtung Bahnhofstraße zu Einbahnstraßen zu machen. „Wir haben viele Rückmeldungen von Geschäftsinhabern und Bürgern. Die sind höchst unzufrieden wegen des hohen Verkehrsaufkommens“, sagte Günter Lübke.

„Den Antrag finde ich super“, lobte Ulrike Berg (Grüne). Die Rechnung, Autoverkehr sei gleichbedeutend mit einer Belebung der Innenstadt und mehr Kunden gehe sie nicht mit. „Ich fände es gut, wenn man ein Exempel statuiert, bei den Leuten, die mit ihren Autos posen“, wandte sich sie sich noch gegen Spazierfahrten.

„Blitzen, blitzen, blitzen“, riet Thomas Harms (SPD). „Das Rasen und Posen nervt jeden. Warum lassen wir uns von denen auf der Nase herumtanzen?“

Auf der anderen Seite mahnte Rainer Kolloge (UWG), erst einmal möglichst wenig zu ändern. „Alleine schon mit der Diskussion entmutigen wir den Letzten, der in der Innenstadt Geschäfte machen will.“ Ziel müsse es sein, den Handel zu stabilisieren.

Aus der Zuhörerschaft meldete sich Jochen Siems, der gut 40 Jahre lang die „Parfümerie Wittekind“ an der Westerstraße geführt hatte. „Ich habe die ganze Stadtsanierung mitgemacht. Wenn Sie daraus eine Einbahnstraße machen, werden wir ein Fiasko in der Innenstadt erleben. Gucken Sie sich Lohne an, da ist nichts los.“ Er spreche auch im Namen seiner Kollegen: „Bitte lasst es so, wie es ist.“

„Ich will meine Brötchen weiter in der Innenstadt kaufen, wo sie auch gebacken werden“, warb Ulrich Kramer (CDU) für Augenmaß und erinnerte ebenfalls an die Interessen der Geschäftsleute. „Wir müssen die Innenstadt attraktiv halten. Die lebt von den Kaufleuten, die vor Ort sind, nicht von Filialisten. Und den Leuten steht das Wasser bis zum Hals.“

Alle Fraktionen sind aufgerufen, Vorschläge zu machen. „Mit dieser Liste können wir in die politische Diskussion gehen“, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Stephan Dieckmann (SPD).

Auch interessant

Kommentare