Hunte-Wasseracht renaturiert Gewässer / Knackpunkt bleibt Aumühle

Bessere Laichgründe in der Visbeker Aue

An der Aue: Stephanie Siefken-Hahn (links) und Gerrit Finke (vom Landkreis) sowie Ira Zylka von der Hunte-Wasseracht.
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An der Aue: Stephanie Siefken-Hahn (links) und Gerrit Finke (vom Landkreis) sowie Ira Zylka von der Hunte-Wasseracht.

Thölstedt – 300 Tonnen Kies und Steine, gut ein Dutzend tote Holzstämme: Die Kinderstube für Meerforellen und Lachse in der Visbeker Aue bei Thölstedt ist hergerichtet. Am Montagnachmittag stellte die Hunte-Wasseracht das Projekt vor, das sie gemeinsam mit dem Fischereiverein Wildeshausen, dem Landkreis Oldenburg und dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in diesem Sommer umgesetzt hat. „Das ist ein Aufgalopp“, sagte Ira Zylka, Gewässerkoordinatorin der Hunte-Wasseracht. „Wir würden gerne noch weitere Maßnahmen umsetzen.“

Die Visbeker Aue gilt als eines der, wenn nicht sogar das wertvollste Gewässer im großen Verbandsgebiet der Wasseracht. „Knackpunkt ist allerdings Aumühle“, weiß der Vorsteher Werner Würdemann. Dort befindet sich ein drei Meter hohes Stau, das den Fischen den Weg versperrt. Dessen Abriss und der Neubau einer Anlage, mit deren Hilfe die Tiere den Höhenunterschied überwinden können, würde einen Betrag im siebenstelligen Bereich erfordern. Und auch wenn die Maßnahme gefördert würde, verbleibe für die Wasseracht ein zu hoher Eigenanteil. Deswegen ist der Landkreis an dem Problem dran und versucht, Bundesmittel einzuwerben. Allerdings ist noch nicht absehbar, bis wann das klappen wird.

Trotzdem entschied sich die Wasseracht, die Aue weiter ökologisch aufzuwerten. Auch weil Maßnahmen wie diese ihre Zeit brauchen, bis sich ihre volle Wirkung entfaltet. Zylka sprach von einer dynamischen Entwicklung.

Konkret hat die Wasseracht zwei Wochen lang Kies und Steine sowie Totholz auf einer Länge von 300 Metern in die Aue eingebracht. Dadurch veränderte sich die Fließgeschwindigkeit, die hohe Sandzufuhr wurde etwas gemildert. Sie sorgt dafür, dass sich am Boden kleine Riffe bilden, die jetzt wegen der schnelleren Strömungsgeschwindigkeit weggespült werden. Dabei galt es, in Zentimeterarbeit zentnerschwere Stämme im Fluss zu platzieren.

Kooperation mit dem Fischereiverein

Das alles hat die Wasseracht nicht alleine geschafft. Mit im sprichwörtlichen Boot waren auch die Manpower und die Fachkenntnisse des Fischereivereins. „Die Zusammenarbeit hat perfekt geklappt“, lobte dessen Naturschutzbeauftragter Ralf Siemer. So hätten die Mitglieder unter anderem vor der Maßnahme den Bestand kontrolliert, um nachzuweisen wie erfolgreich die Renaturierung war.

„Perspektivisch müssen wir das ganze Gewässersystem ins Auge nehmen“, warf Siemer einen Blick in die Zukunft. Parallel könnten allerdings schon jetzt Habitate wie dieses entstehen.

Die Kosten in Höhe von 23 000 Euro hat bis auf einen kleinen Eigenanteil von gut 2 000 Euro der Landkreis getragen. Technischer Berater war der NLWKN, der am Montag genauso durch einen Vertreter präsent war wie der Landkreis Cloppenburg. Schließlich befindet sich der Fluss an der Grenze zum Nachbarkreis.

Von Ove Bornholt

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