Verein zur Integration behinderter junge Menschen soll geringere Eingliederungshilfe erhalten

„Beschämendes Verhalten des Landkreises“

Im Jugendzentrum Wildeshausen kochen und backen die jungen behinderten Menschen gemeinsam. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Über das Signal des Ausschusses für Ordnung, Soziales und Familie der Stadt Wildeshausen am Donnerstagabend konnten sich die Vorstandsmitglieder des Vereins zur Integration behinderter junger Menschen freuen. Die Politiker empfahlen, den jährlichen Zuschuss für die Gruppe, die sich wöchentlich im Jugendzentrum Wildeshausen trifft, von 1 200 auf 3 100 Euro zu erhöhen.

Dennoch sind die Vereinsmitglieder verstimmt darüber, dass sich die Stadt überhaupt mit diesem Antrag auf höhere Zuwendungen befassen muss. Denn bislang hatte der Landkreis Oldenburg die Betreuung der behinderten Menschen durch die Norle im Rahmen der Eingliederungshilfe mit rund 5 000 Euro finanziert.

Im Juli 2015 hatte der Landkreis dem Verein jedoch formlos mitgeteilt, dass er das Projekt nicht weiter fördern möchte. Zwar ruderte der Kreis Ende des Jahres zurück und sicherte die Mittel doch zu. Dann aber teilte die Kreisverwaltung dem Verein im Mai mit, dass sie nur einen Teil der zugesagten Gelder bezahlen wird. Die Stadt Wildeshausen solle doch einen höheren Zuschuss gewähren, hieß es in einem Brief an die Vereinsvorsitzende Christa Behnken.

Die jetzige Situation findet die zweite Vorsitzende Helga Bürster „beschämend“. Der Kreis sei dazu verpflichtet, Eingliederungshilfe zu zahlen, meint sie. „Bei den Treffen handelt es sich um ein gelungenes Inklusionsprojekt“, betont sie. „Es wäre schade, wenn das zerstört wird.“

Der Verein existiert seit dem Jahr 2000. Seit vielen Jahren treffen sich die behinderten Menschen im Alter von 25 bis 41 Jahren aus dem gesamten Landkreis im Jugendzentrum. Dort tanzen, kickern, basteln, feiern, klönen oder kochen sie mit anderen Besuchern. „Das ist sehr niedrigschwellig“, so Bürster. „Hier wird Inklusion gelebt.“ Für jedes Treffen müssen 4,5 Stunden pädagogische Arbeit der Norle finanziert werden. Dafür benötigt der Verein 6 200 Euro. Alle anderen Aktivitäten werden privat bezahlt.

„Es ist beschämend vom Landkreis, so vorzugehen“, sagt Axel Behnken. „Wir sind ein Spielball.“ Selbst wenn die Stadt ihre freiwillige Leistung erhöhe, habe die Gruppe keine dauerhafte Planungssicherheit für die Betreuung. „Von daher fordern wir, dass der Kreis seiner Verpflichtung nachkommt und weiter die 5 000 Euro bezahlt“, so Bürster. - dr

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