Bericht der Gleichstellungsbeauftragten: „Vor allem Teilzeit ist weiblich“

Frauenanteil in der Verwaltung wächst

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Familie oder Arbeit? In der Kreisverwaltung können Frauen beide Bereiche ihre Lebens miteinander verbinden, beispielsweise durch Teilzeitarbeit.

Landkreis - Von Sophie Filipiak. Immer mehr Frauen abreiten in der Verwaltung des Landkreises. Das machte ein Bericht der Gleichstellungsbeauftragen am Dienstag im Kreistag deutlich. Dennoch sei es noch ein weiter Weg. Vor allem im Bereich der politischen Arbeit von Frauen gebe es noch Nachholbedarf.

Nach dem niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz muss die Gleichstellungsbeauftragte in regelmäßigen Abständen einen Bericht über ihre Arbeit und den Frauenanteil in der Verwaltung abgeben. Leider war Dorothea Debbeler wegen Krankheit verhindert, sodass Sabine Scheller, stellvertretende Leiterin des Personal- und Kulturamtes, einsprang.

Die Zahlen sprechen für sich: Der Frauenanteil lag 2014 bei 63,72 Prozent. Das erkläre sich daraus, so Scheller, dass der öffentliche Dienst für Frauen ein besonders attraktiver Arbeitgeber sei.

Die Verwaltung ermögliche durch Teilzeit- und Telearbeit, flexible Arbeitszeiten sowie einer Kinderbetreuung in der Krippe „Lütte Lü“ eine gute Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit. Das sei zwar auch für Männer interessant, aber nur die wenigsten männlichen Angestellten oder Beamte nutzten diese Möglichkeiten.

Im Tarifbereich liegt der Frauenanteil mit rund 71 Prozent deutlich höher als im Beamtenbereich mit etwa 51 Prozent. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Es finden sich kaum Männer im Sozial- und Erziehungsdienst sowie bei den Raumpflegern. „Wir können in Job-Ausschreibungen noch so oft betonen, dass wir Bewerbungen von Männern begrüßen würden, das nützt einfach nichts.“ Jedoch sind nun mehr Frauen im höheren Dienst beschäftigt. Waren es 2012 noch 23 Prozent, ist der Anteil bis 2014 auf 43 Prozent gestiegen.

Scheller gab aber nicht nur einen Einblick in die aktuellen Statistiken, sondern auch in das breitgefächerte Aufgabengebiet der Gleichstellungsbeauftragten. So fällt in ihren Bereich das Frauen- und Mädchentelefon „Aufwind“, das Schutzhaus des Landkreises, die Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft sowie die Existenzgründungsagentur für Frauen. Daneben sitzt sie auch in zahlreichen Gremien sowie Arbeitsgruppen und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise zur Sensibilisierung für Themen der häuslichen Gewalt.

Trotz all der bisherigen Erfolge der Gleichstellung von Frauen und Männern im Landkreis gelte es, so Scheller, die bisherige gute Arbeit fortzusetzen. Außerdem käme ein neues herausforderndes Aufgabenfeld hinzu: Die Integration von im Landkreis lebenden Flüchtlingen.

„Das ist wirklich ein breites Spektrum, was es zu bewältigen gilt“, fügte Kerstin Schnitger-Jebing (SPD) nach der Präsentation an. Alle Mitglieder des Kreistages zeigten sich beeindruckt über das bisher Geleistete. „Wir sind auf einem guten Weg, aber immer noch am Anfang“, erklärte Martin Brinkmann (Grüne). Franz Duin (SPD) gab zu Bedenken, dass in der politischen Arbeit immer noch mehr Männer vertreten sind: „Politische Arbeit ist eben Feierabend-Arbeit.“

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