„donum vitae“ weiter für alle Frauen erreichbar

Beratungsbedarf während der Pandemie gewachsen

Beraten auch telefonisch und per Video: Brigitte Meyer-Tönjes (l.) und Sabine Bernhold.
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Beraten auch telefonisch und per Video: Brigitte Meyer-Tönjes (l.) und Sabine Bernhold.

Wildeshausen – Die Zahl der Schwangerenkonfliktberatungen ist bei „donum vitae“ in Wildeshausen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Der Verein spricht in seinem gerade veröffentlichten Jahresbericht von einem Anstieg um 30 Prozent – von 62 im Jahr 2019 auf 82 im vergangenen Jahr. Ein wesentlicher Grund könnte die Corona-Pandemie sein, so die Beraterinnen Brigitte Meyer-Tönjes und Sabine Bernhold sowie die Vorsitzende Christa Heimermann.

Im niedersächsischen Vergleich fällt laut Jahresbericht in Wildeshausen die hohe Zahl rat- und hilfesuchender Frauen aus Osteuropa auf, die aufgrund von Arbeitsmigration in der Region leben. „Eine ungeplante Schwangerschaft bei schwieriger Wohnsituation und befristeten Arbeitsverträgen ist für diese Frauen besonders katastrophal“, heißt es. In diesem Zusammenhang könnte die Pandemie die Ängste und Zukunftssorgen der Frauen noch einmal verstärken.

Weniger Anfragen von Frauen aus Syrien

Als wesentliche Gründe für einen Schwangerschaftskonflikt nannten die Frauen, die zur Beratung kamen, nationalitätsübergreifend wirtschaftliche und finanzielle Gründe sowie die Ausbildungs-, Erwerbs- oder Familiensituation. Auch Ängste sowie Aspekte, die den Kindsvater betreffen, wurden häufig genannt. Auffällig in der Statistik ist, dass die Anzahl der beratenen Frauen aus Syrien im vergangenen Jahr um die Hälfte gesunken ist.

„Wir erwarten, auch bedingt durch die Corona-Pandemie, ein weiterhin hohes Beratungsaufkommen. Viele Familien werden unter anderem durch fehlende Kinderbetreuung, Homeoffice, Kurzarbeit und starke Kontaktbeschränkungen zusätzlich belastet sein“, betonen die Sozialpädagoginnen Meyer-Tönjes und Bernhold. „Eine Schwangerschaft stellt in dieser sehr schwierigen Zeit eine besondere Herausforderung dar. Wir werden weiterhin alles tun, um unser breites Beratungsangebot für alle Frauen und Familien zugänglich zu machen.“

Kostenübernahme für Verhütungsmittel

Zur Arbeit der Pädagoginnen gehört unter anderem auch, die Kostenübernahme für Verhütungsmittel zu organisieren. Seit dem Jahr 2010 übernimmt der Landkreis Oldenburg für alle Frauen und Männer, die Sozial- oder Asylleistungen beziehen, die Kosten für ärztlich verordnete Empfängnisverhütung. Über die Beratungsstelle stellten im vergangenen Jahr 50 Frauen und Männer einen Antrag,

„Wir konnten insgesamt 5357 Euro auszahlen und 1 896 Euro zusagen“, heißt es im Jahresbericht, der darauf verweist, dass wegen der Pandemie viele Beratungen nur telefonisch oder per Videoschaltung möglich waren. „Rückblickend können wir sagen, dass wir mit sehr viel Flexibilität in der Lage waren, unseren Klientinnen mit den unterschiedlichsten Beratungsanliegen schnell und flexibel Hilfe anzubieten“, zieht der Vereinsvorstand eine positive Bilanz.  

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