Benjamin Jasch eröffnet Betrieb

Rösterei an der Ottostraße: Kaffee made in Wildeshausen

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Benjamin Jasch liebt es, besondere Geschmacksrichtungen zu kreieren. Immer wieder stellt er Versuche an. 

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Darf‘s vielleicht Espresso, Filterkaffee oder eine ganz andere Kaffee-Leckerei wie zum Beispiel die „Wildeshauser Mischung“ sein? In der Kreisstadt ist das jetzt möglich. Denn von vielen noch gar nicht wahrgenommen, betreibt der 37-jährige Benjamin Jasch an der Ottostraße 5 seit 5 Wochen die Kaffeerösterei „Tiefschwarz“. Für ihn ist das Rösten nach eigener Aussage eine echte Passion.

„Ich hege eine Leidenschaft für Kaffee. Genau aus diesem Grund lege ich sehr großen Wert auf Qualität und beziehe meinen Rohkaffee über Direktimport aus Hamburg. Er kommt zum Beispiel aus Brasilien, Peru, Kolumbien und Kenia“, so Jasch. Daher sei der Rohkaffee manchmal schon teurer als fertiger Kaffee, den es in Supermärkten zu kaufen gibt: „Die Bohnen stammen aus handverlesenem und nicht industriellem Anbau. Das ist eben eine ganz andere Hausnummer und schlägt sich in Geschmack und Preis nieder.“

Zurzeit bietet der 37-Jährige sechs Sorten an, möchte aber schon bald auf zehn erhöhen. „Dabei handelt es sich ausschließlich um Eigenkreationen, die ich in mehreren Test-Röstungen erstellt habe. Diese Versuche laufen parallel zur Herstellung der bestehenden Sorten. Das Rösten ist nämlich das Wichtigste, dabei entstehen die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen.“ Es sei eine echte Herausforderung, eine neue zu kreieren. „Dabei fängt es erst an, so richtig Spaß zu machen.“ 

Es kommt auf die Röstung an

Fakt sei nämlich, dass für Espresso, Filterkaffee oder auch Crema die gleiche Bohne genutzt werden kann: „Es kommt stets auf die Art und Härte der Röstung an.“ Während er das sagt, beobachtet er seinen Röster, in dem sich 20 Kilogramm Bohnen befinden: „Jetzt muss ich ganz genau aufpassen, bis sie den richtigen Grad erreicht haben.“ Er produziere nie auf Vorrat: „Ich röste stets frisch und nach Bedarf.“

Praktikantin Nikola Kurpiewska möchte ab Februar neben der Schule regelmäßig in der Rösterei aushelfen.

Besonderen Wert lege er darauf, dass die Kunden, die sonnabends von 9 bis 14 Uhr Kaffee erwerben können, auch wissen, was sie kaufen. „Es soll nicht die Katze im Sack sein. Daher kann der Kaffee zuvor bei mir probiert werden“, so Jasch. Neben seinem Werksverkauf möchte er noch weitere Verkaufsstellen auftun: „Allerdings schwebt mir vor, mit Dorfläden oder anderen Selbstständigen in Kontakt zu treten. In Supermärkten wird es meinen Kaffee nicht geben.“

Kein passender Ort in der Innenstadt

Gerne hätte sich Jasch mit seinem Unternehmen in der Innenstadt angesiedelt. „Mir schwebte ein Ladengeschäft mit Café vor. Aber leider gab es nichts, das gepasst hätte. Es müsste die Möglichkeit einer guten Außenbestuhlung bestehen.“ Aber er wolle nicht aufgeben und weitersuchen, um vielleicht dann doch noch mit einem kleinen Röster in die Stadt zu gehen und zu zeigen, was alles hinter Kaffee steht. „Ich denke dabei auch an kleine Seminare mit Kaffeekunde, die ich natürlich nicht hier in einem Gewerbegebiet anbieten kann. Hier kommt abends doch niemand mehr her.“

Es sei ihm ein Anliegen, Interessierten zu zeigen, was alles mit guten Kaffeebohnen möglich ist: „Eben vom Rohstoff bis hin zu den verschiedenen Sorten in der Tasse. Ich möchte darstellen, was aus einer Bohne bei richtiger Röstung gemacht werden kann.“ Daher sei es sein erklärtes Ziel, die Augen offen zu halten und nach einem geeigneten Standort zu suchen. „Ich habe auch schon mit dem Wirtschaftsförderer Claus Marx gesprochen.“

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