Führerscheinentzug und Geldstrafe

Bekifft und betrunken mit BMW gegen Haus gekracht

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Durch den Zaun und gegen das Haus. Die Angeklagte beschädigte das Mauerwerk massiv. Teile ihres BMW blieben im Vorgarten liegen.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Die 24-Jährige, die im März bekifft und betrunken mit einem BMW gegen ein Einfamilienhaus am Schillingskamp in Wildeshausen gefahren war, muss sechs Monate lang auf ihren Führerschein verzichten. Das entschied das Amtsgericht in der Kreisstadt am Montag. Hinzu kommt eine Geldstrafe von 900 Euro. Ein eher mildes Urteil, waren sich die Richterin und der Staatsanwalt einig. Dabei hatte die junge Frau sogar einen sogenannten „Clean-Urin-Beutel“ bei ihrer Unfallfahrt dabei gehabt.

Es war der 19. März dieses Jahres, als die Angeklagte gegen 17.25 Uhr durch das Wohngebiet in der Nähe der Raiffeisen-Warengenossenschaft fuhr. Sie hatte einen Alkoholwert von ein Promille und zudem Cannabis geraucht, wie sich später herausstellte. Auf dem Schillingskamp verlor sie die Kontrolle über ihren Wagen, durchbrach einen Zaun und knallte gegen die Wand eines Hauses – mit einem „Affenzahn“, wie die Richterin während der Verhandlung sagte. Anschließend suchte die 24-Jährige in ihrem schwer beschädigten Fahrzeug das Weite, wurde jedoch auf dem Südring gestoppt. Der Schaden am Haus betrug mindestens 60 .000 Euro.

So viel zu den Fakten, die vor Gericht auch nicht bestritten wurden. Die Angeklagte überließ das Reden zum Großteil ihrem Verteidiger. Seine Mandantin sei zu aufgeregt, begründete er dies. In ihrem Namen räumte der Jurist die Trunkenheitsfahrt ein, stufte das anschließende Verhalten aber nicht als Unfallflucht ein. „Sie hat mir gegenüber erklärt, dass sie nicht gemerkt hat, dass sie gegen ein Haus gefahren ist. Sie meinte, es wäre nur die Bordsteinkante“, sagte der Verteidiger und ergänzte: „Wenn man bedenkt, was sie intus hatte, war sie an der Grenze zur Schuldunfähigkeit.“

Letzteres blieb dahingestellt, aber die Geschichte mit dem Bordstein kam nicht so gut an. „Ganz ehrlich, wenn man sich die Fotos anschaut, ist das schon schwierig“, drückte sich die Richterin noch diplomatisch aus. „Ihre Mandantin hat ja auch erst einen Zaun durchbrochen, bevor sie das Haus rammte.“ Die Richterin hätte die Angeklagte gerne umfangreicher vernommen, auch zu dem „Clean-Urin-Beutel“. Dieser enthielt offenbar synthetisches Urin, um bei einer Verkehrskontrolle gewappnet zu sein. Doch die junge Frau hatte ja ihrem Anwalt das Reden überlassen. Und der sagte nur, dass sich die 24-Jährige in einer „persönlichen Konfliktsituation“ befunden habe, die für sie „bedrohlich“ gewirkt habe.

Der Verteidiger versuchte, noch alles für seine Mandantin herauszuholen. Er ging von einer Mindestzeit von drei Monaten für die Führerscheinsperre aus und argumentierte, die arbeitslose Altenpflegerin würde alles tun, um die Sache aufzuarbeiten. So verzichte sie auf Drogen und Alkohol, bereite sich auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) vor und sei im Gespräch mit den Versicherungen. Zum einen geht es um den Schaden am Haus, für den es mittlerweile einen Vergleich geben soll, zum anderen um Regress für die Trunkenheitsfahrt und Fahrerflucht.

Der Staatsanwalt erklärte jedoch, sechs Monate seien das gesetzliche Minimum. Dabei blieb es dann auch. Die Richterin folgte dem Plädoyer der Anklage. Die 24-Jährige, deren Führerschein bis jetzt nur vorläufig eingezogen war, muss also noch weitere sechs Monate auf ihren „Lappen“ verzichten.

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