Mitglieder und Migranten beteiligen sich am 24-Stunden-Burginsellauf in Delmenhorst

Beim Präventionsrat läuft die Integration

Die Läufer posieren in Shirts des Präventionsrates. Die Teilnahme unterstützen Ralph Meyer (Malteser), Bürgermeister Jens Kuraschinski und Julia Gunder (Diakonie, hinten, von links) sowie Mareike Appel (Kreissportbund), Gerke Stüven (Polizei), Imke Schmidt (Präventionsrat) und Martin Klinger (Polizei, von rechts). Foto: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Am 22. Juni qualmen die Socken, denn dann beginnt der 24-Stunden-Burginsellauf in Delmenhorst. Mit dabei ist zum ersten Mal ein gemischtes Team des Wildeshauser Präventionsrates, das ein Zeichen setzen will. „Die Teilnahme soll eine Botschaft sein – gegen den Rechtsruck und für Toleranz in der Gesellschaft“, sagt Martin Klinger. Er ist Polizist und arbeitet aktiv im Präventionsrat mit. Gemeinsam mit Julia Gunder (Diakonie) und Ralph Meyer (Malteser) machte sich der erfahrene Läufer auf die Suche nach Interessierten und wurde fündig. Acht Menschen mit Migrationshintergrund aus China, Afghanistan und Syrien schnüren zusammen mit Klinger und Gunder die Laufschuhe. Die wurden vom Landessportbund gesponsert, der die Aktion auf Initiative von Mareike Appel (Kreissportbund) finanziell unterstützt. Das Startgeld kommt vom Präventionsrat.

„Ich hatte immer den Wunsch, Menschen zu helfen. Ich habe aber nicht viel Geld, also ist das die einzige Möglichkeit für mich zu helfen“, sagt Frishta Soroush. Die 27-Jährige kommt aus Afghanistan, lebt in Wildeshausen und bezieht sich mit ihrer Aussage darauf, dass der Überschuss des Burginsellaufs für soziale Zwecke gespendet wird. Ihr Mitstreiter Qaisidin Omar spielt Fußball und Volleyball. „Ich will ein bisschen Spaß haben und Leute kennenlernen“, sagt er.

Klinger hat den Lauf selbst ein paarmal absolviert, im Team der Polizei. Ob es gelingt, die Kollegen zu schlagen, sei mal dahingestellt. Erst einmal geht es darum, ins Ziel zu kommen. Bei dem Wettkampf handelt es sich um einen Staffellauf, der am Samstag, 22. Juni, um 12 Uhr beginnt und am Folgetag um 12 Uhr zu Ende ist. Die Teilnehmer sind mit einem Transponder ausgestattet, und während der gesamten 24 Stunden muss sich jemand auf der Laufstrecke bewegen. „Wir schaffen das“, ist Klinger optimistisch.

Mit den individuell bei BS-Textildruck in Wildeshausen gestalteten Trikots wollen die Sportler aus der Kreisstadt auch auffallen und Werbung für den Präventionskreis machen. Die ehrenamtliche Gruppe sei in der Öffentlichkeit nicht so stark bekannt, findet Klinger, der auf Besserung hofft.

Bürgermeister Jens Kuraschinski begrüßt die Aktion und hofft, dass die Wildeshauser mit einem Preis in die Kreisstadt zurückkehren. Vielleicht nicht unbedingt mit einem Platz auf dem Treppchen in der umkämpften Kategorie der Mixed-Teams. Aber es gebe ja auch einen Preis für den besten Dress.

Klinger würde sich darüber nicht beschweren, aber hauptsächlich geht es ihm darum, ein Zeichen zu setzen. „Man muss Migranten die Chance geben, sich zu integrieren“, betont er.

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