Großleitstelle will Flüchtlinge informieren

Beim Notruf ist Deutsch entscheidend

Stefan Abshof (l.) und sein Kollege Dominik Wefeler von der Großleitstelle wollen mit der Integrationsbeauftragten Ute Frankenfeld Flüchtlinge über den Notruf informieren. - Foto: Landkreis/Nowak

Wildeshausen - Tagtäglich nimmt die Großleitstelle Oldenburger Land Hunderte von Notrufen an. Wie aber kann man Menschen helfen, wenn sie die deutsche Sprache nicht beherrschen? Für Flüchtlinge, Neuzugewanderte aus Ländern der europäischen Union und Touristen ist das deutsche Gesundheitssystem nur schwer zu durchschauen, teilte der Landkreis Oldenburg mit. „Was sind die Unterschiede zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, ärztlichem Notdienst und Polizei? Wo rufe ich an?“ Zu diesem Thema will die Großleitstelle Oldenburger Land nun verstärkt aufklären und schulen.

In Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten des Landkreises, Ute Frankenfeld, ging hierzu kürzlich im Kreishaus die Auftaktveranstaltung über die Bühne. Mitarbeiter der Gemeindeverwaltungen, Flüchtlingshelfer und Sozialarbeiter diskutierten mit Stefan Abshof und Dominik Wefeler von der Großleitstelle die Frage, wie Neuzugewanderte über das Verhalten im Notfall am besten informiert werden.

Wefeler, Disponent der Leitstelle, berichtete, dass aufgrund fehlender Information und sprachlicher Probleme wertvolle Zeit bei einem Notfall verloren gehen kann. Abshof: „Das Wissen über die Aufgaben des Rettungsdienstes ist oft nicht vorhanden.“

Großes Interesse fanden die neuen Informationsflyer der Großleitstelle, welche die wichtigsten Hinweise zum Notfalldialog in den Sprachen Deutsch, Englisch, Kurdisch und Farsi enthalten und in den Gemeinden verteilt werden sollen. „Wir haben bei uns viele arabisch sprechende Flüchtlinge“, erklärte Zeinab Matar, Flüchtlingshelferin aus der Gemeinde Ganderkesee. „Uns würden diese Informationen in arabischer Sprache sehr helfen.“

Frankenfeld ergänzte, dass auch bei den Arbeitsmigranten aus Osteuropa rund um Wildeshausen und in der Gemeinde Großenkneten die deutschsprachlichen Kenntnisse und das Wissen über den Notfalldialog vielfach nicht vorhanden seien.

„Wir freuen uns über diesen Austausch und nehmen alle Anregungen gerne mit“, meinte Abshof abschließend.

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