33 Brücken müssen abgerissen werden

A1 bei Wildeshausen wird ausgebaut - Planungen laufen 2021 an

Stau: Der Übergang vom sechs- in den vierspurigen Bereich der A1 wird regelmäßig zum Nadelöhr.
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Stau: Der Übergang vom sechs- in den vierspurigen Bereich der A1 wird regelmäßig zum Nadelöhr.

Wildeshausen – Schon seit vielen Jahren ist Wildeshausen den meisten Menschen vor allem aus den Verkehrsnachrichten ein Begriff, denn Staus auf der Autobahn 1 sind quasi tägliches Geschäft. Kein Wunder, ist der Abschnitt zwischen den Dreiecken Ahlhorner Heide und Stuhr doch nur vierspurig, während der Verkehr davor und danach auf insgesamt sechs Spuren auf der A1 fließt.

Doch dieses Nadelöhr wird – zumindest perspektivisch – geschlossen. Wie die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Dienstag mitgeteilt hat, soll der 35 Kilometer lange A1-Abschnitt zwischen den genannten Dreiecken von vier auf sechs Fahrspuren – drei in jede Richtung – erweitert werden.

„Der Bund hat Planungsrecht und Wirtschaftlichkeit attestiert“, heißt es in der Mitteilung. Allerdings bedeutet das auch, dass erst einmal nur geplant wird. Und davor muss untersucht werden, zum Beispiel die Tier- und Pflanzenwelt. Frühestens in ein paar Jahren werden also die Bagger rollen und die Arbeiten beginnen.

Planungen für Autobahn 1 laufen 2021 an

Ein wichtiger Teil der Planungen ist der Umweltschutz. Ab dem Jahr 2021 sollen Kartierungen in einem breiten Korridor beidseitig der Trasse Aufschluss über die Betroffenheit verschiedener Tierarten geben, so die Behörde. „Insbesondere die Umweltverträglichkeit des Projektes soll gewährleistet und bestehende Beeinträchtigungen so weit wie möglich verringert werden.“ Die insgesamt 33 Brücken im Planungsabschnitt müssten aller Voraussicht nach vollständig ersetzt werden. Hier könnten die neuen Bauwerke Wegebeziehungen schaffen, um allen Tierarten punktuelle Querungen der Autobahn zu ermöglichen.

Behörde sucht Dialog mit Bürgern

Parallel beginnt die eigentliche Straßenplanung, die laut Behörde neben den zusätzlichen Fahrspuren den Fokus auf Verkehrssicherheit, Emissionsschutz und Gewässerschutz legt. So werde der Ausbau aus lärmtechnischer Sicht wie ein Neubau beurteilt und müsse aktuelle Grenzwerte einhalten. Der Dialog mit betroffenen Flächeneigentümern soll frühzeitig im Planungsprozess aufgenommen werden, um individuelle Lösungen zu erarbeiten.

Alle 33 Übergänge über die A 1 wie hier die B 213 sollen abgerissen und neu gebaut werden.

Die Entwurfsplanung soll bis 2023 abgeschlossen sein und anschließend die Planfeststellung, also das Genehmigungsverfahren, beantragt werden. Erfahrungsgemäß ziehen sich große Infrastrukturprojekte wie dieses über Jahre hin.

A1-Ausbau führt zu Kosten in Millionenhöhe

Zu den Kosten macht die Behörde in ihrer Mitteilung keine Angaben. Die Ausgaben für den 2012 beendeten Ausbau des rund 17,5 Kilometer langen A1-Abschnitts zwischen dem Dreieck Ahlhorner Heide und Vechta betrugen allerdings schon rund 41,5 Millionen Euro. Für die Arbeiten auf dem doppelt so langen Abschnitt bei Wildeshausen dürfte auch wegen der vielen abzureißenden und neu zu bauenden Brücken ein höherer Betrag fällig werden. Der A1 wird grundsätzlich eine der höchsten Verkehrsbedeutungen im Autobahnnetz zugesprochen. Sie ist sowohl regional und überregional als auch europaweit eine bedeutende Verkehrsachse.

Autobahn GmbH in Oldenburg übernimmt

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat am Dienstag nicht nur die Öffentlichkeit, sondern während einer Projektkonferenz in Wildeshausen auch Landkreise, Kommunen sowie alle betroffenen Institutionen und Verbände informiert. Dabei ging es auch um die Abstimmung der vorgesehenen Umweltuntersuchungen. Weitere Informationsveranstaltungen für betroffene und interessierte Bürger seien im Laufe der Planung vorgesehen.

Organisatorisch tut sich auch etwas: Ab 2021 werden alle Autobahnprojekte an die neue Autobahn GmbH, Außenstelle Oldenburg, übergeben, heißt es in der Mitteilung. In die 2018 gegründeten Gesellschaft des Bundes sind unter anderem die Autobahnmeistereien integriert.

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