Katholische Kirchengemeinde St. Peter verabschiedet Pastoralreferent Matthias Goldberg

„Begeisterung für Beruf immer behalten“

Pfarrer Ludger Brock (l.) übergab Matthias Goldberg zum Abschied ein Präsent. Foto: Rinne

Wildeshausen - Von Holger Rinne. Es war vieles ungewöhnlich bei der Vorabendmesse der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter am Sonnabend in Wildeshausen. Die St.-Peter-Kirche war außergewöhnlich gut gefüllt. In dem Gotteshaus war kaum ein freier Platz auszumachen. Der Einzug der liturgischen Dienste wurde von Fahnen der Kolpingsfamilie angeführt.

Natürlich war allen Gottesdienstteilnehmern der Anlass bekannt. Während der Heiligen Messe wurde Matthias Goldberg, der der Gemeinde 35 Jahre lang als Pastoralreferent diente, feierlich verabschiedet. Mit Leonard Cohens „Halleluja“ stimmten Ludger Jüchter, Benedikt Reinke und Timo Kern die Gemeinde ein. Es war eine Stimmung, die zwischen Wehmut und Dankbarkeit schwankte und bis in den zweiten Teil der Predigt von Pfarrer Ludger Brock hineinreichte. Mit den Worten „Es ist eigentlich unglaublich, dass ein so junger Mensch wie du in den Ruhestand geht“, wandte sich der Geistliche direkt an Goldberg.

Die Wege der beiden Männer kreuzten sich mehrfach in ihrem Leben. Goldberg hatte zunächst Büromaschinenmechaniker gelernt. Seinen Zivildienst leistete der gebürtige Ganderkeseer in der Kirchengemeinde St. Marien Delmenhorst ab. Zur ersten Begegnung zwischen den beiden kam es dann in der Katholischen Tagungs- und Bildungsstätte Bad Zwischenahn. „Wenn du das unbedingt willst, dann mach das doch“, riet Brock Goldberg damals zu einem grundlegenden Wechsel in dessen Leben.

Goldberg entschied sich für die Theologie. Nach seiner Ausbildung bekam er 1985 die neue Stelle des Pastoralreferenten in der Pfarrgemeinde St. Peter in Wildeshausen. 35 Jahre habe sich Goldberg vornehmlich der Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde gewidmet, so Brock. „Und jetzt, wo ich erst seit ein paar Jahren hier bin, haust du einfach ab?“, scherzte der Pfarrer. „Hast du dir schon mal überlegt, wo wir dich in Zukunft ehrenamtlich einsetzen können?“, fragte er den Neu-Ruheständler und empfahl ihm, unter die Autoren zu gehen. Seine Biografie könnte den Namen „35 Jahre Pastoralreferent in St. Peter – das ist es“ tragen, empfahl der Geistliche.

Doch zunächst trug die Gemeinde einem bestehenden Hobby des Pastoralreferenten Rechnung. Goldberg ist begeisterter Radfahrer. Ludger Brock überreichte ihm als Abschiedsgeschenk einen Umschlag. „Vielleicht reicht der Inhalt ja für ein E-Bike“, meinte der Geistliche.

Die Entpflichtungsurkunde verlas anschließend Christel Thale von der Abteilung Seelsorge-Personal des Bischöflich Münsterschen Offizialats in Vechta. Weihbischof Wilfried Theising würdigte darin das pastorale Lebenswerk Goldbergs.

Die Vorsitzende des Pfarreirates, Anne Demberg, schlug in ihrer Dankesrede Goldberg vor, für das Gremium zu kandidieren, was die Gemeinde mit spontanem Applaus unterstützte.

„Es war eine gute Zeit, und ich habe die Begeisterung für meinen Beruf immer behalten“, resümierte der scheidende Pastoralreferent die letzten 35 Jahre seines Berufslebens. Er dankte allen Mitarbeitern aus seinem Tätigkeitsbereich. „Mit der Kirchenjugend in Wildeshausen wuchs immer etwas Besonderes nach. Sie war anders als in Südoldenburg oder den anderen Gemeinden in Nordoldenburg. Etwas knorrig, aber gut“, so Goldberg. Besonders hob er die nach anfänglichen Schwierigkeiten gute Nachbarschaft zum städtischen Jugendzentrum hervor. Auch als Ruheständler will Goldberg sich weiterhin engagieren. Unter anderem wird er als Mitbegründer des ökumenischen Männertalks dieser Veranstaltungsreihe treu bleiben.

Das Programm für den anschließenden Empfang im Waltberthaus hatten Vivien Rollié und Marko Havekost gestaltet. Matthias Daniel hatte das Catering organisiert. Es war die Zeit für die „Katholische junge Gemeinde“ (KjG), „Danke“ zu sagen. Die jungen Leute dichteten das Lied „Bella Ciao“ in „Matze Ciao“ um und schenkten ihm eine selbstgefertigte LED-Lampe mit KjG Logo.

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