Debatte im Bauausschuss

Befreiung für geplanten Wohnkomplex an der Ladestraße in Wildeshausen

So soll es an der Ladestraße aussehen. Grafik: Stöver
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So soll es an der Ladestraße aussehen. Grafik: Stöver

Wildeshausen – Wer glaubt, der Wildeshauser Bauausschuss könne sich nicht wegen Kleinigkeiten streiten, kennt die Kommunalpolitik in der Kreisstadt nicht sonderlich gut. Manchmal reichen schon ein paar Quadratmeter aus – wie jüngst bei einem Antrag von Frank Stöver für einen Neubau an der Ladestraße.

Wie berichtet, plant der Hanstedter dort einen Komplex mit rund 30 Wohnungen. Dafür möchte er allerdings die Baugrenze um die besagten paar Quadratmeter versetzen. „Eine marginale Überschreitung“, bewertete Bauamtsleiter Hans Ufferfilge das in seinen Augen unproblematische Ansinnen. Normalerweise sei das einfach ein Geschäft der laufenden Verwaltung und werde gar nicht groß im Ausschuss diskutiert. Aber auf Stövers Verlangen werde das Anliegen nun in dieser Form thematisiert. Auch weil Stöver selbst Ratsmitglied ist, obgleich er nicht im Bauausschuss sitzt.

Sofort Gegenwind

Sofort gab es Gegenwind. „Mich wundert diese Beschlussempfehlung. Das muss doch der Rat entscheiden“, wollte Wolfgang Sasse (CDU) das Thema vom Bauausschuss in die nächste Sitzung des Stadtrats verschieben. Auch der parteilose Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff, der mit Sasse sonst nur selten einer Meinung ist, plädierte dafür. „Für eine Befreiung ist der Rat zuständig.“ Schließlich könnte eine Satzung nur durch eine Satzung aufgehoben werden.

Ufferfilge wies noch einmal darauf hin, dass es sich in seinen Augen nur um eine Kleinigkeit handelt. „Wenn‘s kniffliger wird, entscheidet der Rat.“ Aber das hier sei eigentlich eine Sache der laufenden Verwaltung, erfolge also normalerweise ohne Einbeziehung der Politik. „Sie haben Ihre Rechtsauffassung, Herr Schulze Temming-Hanhoff. Wir haben unsere. Da klaffen häufig Welten dazwischen.“

So sieht es jetzt an der Ladestraße aus.

Neben Stephan Dieckmann (SPD), der das Projekt an sich lobte, griff auch Jens-Peter Hennken (CDW) in die Debatte ein. „Ich finde es schon merkwürdig, wie wir hier diskutieren“, verteidigte er sein Fraktionsmitglied Stöver. „Wir sprechen hier über zwei Quadratmeter. Ich bin dankbar, dass die Verwaltung die Sache hier so transparent gemacht hat.“

Das konnte wiederum Sasse nicht auf sich sitzen lassen. „Nicht einer hat hier was gegen die Planung gesagt. Es geht nur ums Verfahren“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Letztendlich nahmen alle Bauausschussmitglieder den Antrag auf Befreiung von der Baugrenze zustimmend zur Kenntnis.

Hotel „Zur Rampe“ soll energetisch saniert werden

Damit kann Stöver, der sich über die öffentliche Behandlung seines Antrags freut, die Planungen für das Großprojekt weiter vorantreiben. „Bei den aktuellen Baupreisen habe ich es allerdings überhaupt nicht eilig“, so der Hanstedter im Gespräch mit unserer Zeitung. Jetzt gelte es erst einmal, weitere Gutachten einzuholen. Geplant sei ein sehr hochwertiger Bau, der auf die Nachbarschaft ausstrahle.

In dieser Hinsicht hat Stöver noch etwas vor: Das Hotel „Zur Rampe“, das ihm ebenfalls gehört, soll energetisch saniert werden. „Fenster, Wände, Dach“, nennt er die Bereiche, die angegangen werden sollen. Der Betrieb liegt an der Ecke Ladestraße/Ahlhorner Straße und damit gegenüber vom künftigen 30-Wohnungs-Komplex. Dieser soll übrigens mit traditionellen Giebeln versehen werden.

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