Trotz massiver Kritik

Industriegebiet Wildeshausen-West: Flächennutzungsplan ist genehmigt

Dieser Wald soll weichen: Hier ist das neue Industriegebiet Wildeshausen-West geplant.
+
Dieser Wald soll weichen: Hier ist das neue Industriegebiet Wildeshausen-West geplant.

Wildeshausen – Bürgermeister Jens Kuraschinski hat im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt am Donnerstagabend mitgeteilt, dass der Landkreis Oldenburg mit Verfügung vom 26. Juli die am 15. Juli durch Beschluss des Rates festgestellte 12. Flächennutzungsplanänderung „Wildeshausen-West“ genehmigt hat.

Diese Genehmigung wird am Freitag wirksam und ist Voraussetzung dafür, dass das Industriegebiet Wildeshausen-West gebaut werden kann. Über die konkrete Ausgestaltung sowie die Ausgleichsmaßnahmen für das Fällen des Waldes muss im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanes beraten und entschieden werden.

Bericht vom 19. Juli: Die Gegner eines Industriegebietes Wildeshausen-West haben im Rahmen der Ratssitzung am Donnerstag noch einmal mit mehreren pointierten Beiträgen deutlich gemacht, dass sie gar nichts von der Flächennutzungsplanänderung halten. Am Ende befürwortete der Rat den Beschlussvorschlag jedoch bei neun Gegenstimmen. Der Plan wird nun dem Landkreis zur Genehmigung vorgelegt.

UWG-Ratsherr Matthias Kück wunderte sich öffentlich: „Wie verzweifelt muss man sein, um Kompensationsflächen für die Abholzung von mehr als 30 Hektar Wald am Pestruper Gräberfeld zu suchen?“ Es werde durchgeplant, bis nichts mehr geht – ohne nach rechts und nach links zu schauen. Dabei, so Kück, handele die Stadt rechtswidrig gegen das Klimaschutzgesetz.

Auch Klaus Schultze (Grüne) lehnt die Flächennutzungsplanänderung vehement ab. „Bedenkt, was ihr da anrichtet. Ihr werdet den Tag verfluchen, an dem ihr das Gebiet genehmigt habt“, betonte er mit Blick darauf, dass wertvolle Ressourcen für den Klimaschutz vernichtet würden. Der Grüne kündigte zudem an, dass die Flächenpreise des Investors „ganz gewaltig“ sein werden. „Das wird keine Wildeshauser Firma bezahlen wollen oder können. Der einzige Betrieb aus der Kreisstadt, der davon profitiert, baut dort Sand ab.“

„Es gibt keinen ernsthaften Bedarf, weil es genügend Industrieflächen in der Umgebung gibt“, so Rainer Kolloge (UWG). „Wir werden die Gegner unterstützen.“ Das Argument mit der Schaffung oder dem Erhalt von Arbeitsplätzen hätte man dem Stadtrat schon bei der Ansiedlung von Geestland untergejubelt.

Karl Schulze Temming-Hanhoff (fraktionslos) ist ebenfalls gegen den Standort Wildeshausen-West. Er fragt sich, warum die Stadt nicht die riesigen Sandflächen an der Glaner Straße im Blick hat. „Direkt an der Autobahn muss dort kein einziger Baum gefällt werden.“

Kein Erfolg für Hennken-Antrag

SPD und CDU stehen grundsätzlich hinter den Plänen für Wildeshausen-West. Während Matthias Kluck (SPD) auf ein „grünes Industriegebiet“ hofft, betonte Wolfgang Sasse (CDU), dass ja nur der Flächennutzungsplan geändert werde. „Danach kommen die Fachbehörden und prüfen ganz genau“, sagte er. Und Stephan Dieckmann (SPD) sieht ebenfalls noch großen Diskussionsbedarf im Rahmen der Bebauungsplanaufstellung.

Wenig Erfolg hatte Jens-Peter Hennken (CDW) mit seinem Antrag, das Repowering einer Windenergieanlage in Aldrup positiv zu begleiten. „Die vom Planer vorgestellten Kompensationsmaßnahmen für das Industriegebiet gehen nicht weit genug“, erklärte er. Mit dem Repowering könne man nicht nur Klimaneutralität erreichen, sondern die CO2-Bilanz überproportional ausgleichen.

Dieses Ansinnen wurde von der Stadtverwaltung abgelehnt. Der Antrag sei zu diesem Tagesordnungspunkt nicht zulässig, so Hans Ufferfilge. Er könne aber für einen Fachausschuss neu gestellt werden. Hennken sah allerdings durchaus den Zusammenhang. Es gehe schließlich darum, dem Klimaschutz in der Stadt höchste Priorität einzuräumen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt
Alte Polizeiwache in Wildeshausen kommt unter den Hammer

Alte Polizeiwache in Wildeshausen kommt unter den Hammer

Alte Polizeiwache in Wildeshausen kommt unter den Hammer
Bremen Eins auf Plattrundfahrt in Wildeshausen

Bremen Eins auf Plattrundfahrt in Wildeshausen

Bremen Eins auf Plattrundfahrt in Wildeshausen
Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Kommentare