Politik möchte weiter südlich des Bargloyer Weges bauen / Bald Einigung mit Landwirt?

Bebauungsplan lange fertig, doch keine Erschließung in Sicht

Auf dem Bargloyer Weg wird es eng, wenn sich die Verkehrsteilnehmer begegnen. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Wildeshausen stellt nicht genügend Baugrundstücke zur Verfügung und benötigt zu viel Zeit für die Erschließung von Flächen, obwohl für einen nördlich des Bargloyer Weges gelegenen Bereich schon ein fertiger Bebauungsplan existiert und das Areal komplett in der Hand der Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft (GEG) ist. So die harsche Kritik des parteilosen Ratsherrn Karl Schulze Temming-Hanhoff.

Grundsätzlich stimmt das, so die Einschätzung der anderen Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung, Bau und Umwelt, die sich mit dem Thema befassten. Dennoch soll auch in Zukunft nur südlich des Bargloyer Weges weiter gebaut werden, obwohl dort viele Flächen noch gar nicht im Besitz der Stadt sind.

Es ist schon einige Jahre her, dass der vorherige Rat mit CDU-FDP-Mehrheit den Bebauungsplan „Vor Bargloy Teil A“ verabschiedete. Passiert ist seitdem dort nichts, während im südlichen Bereich nach Kräften gebaut wird.

Aber nicht schnell genug und ausreichend, findet Temming-Hanhoff. „Bei der letzten Vergaberunde im Dezember konnten den 77 interessierten Bewerbern lediglich 46 Grundstücke angeboten werden. Das ist absolut zu wenig.“ Die geplante Ersterschließung der Gersten- und der Roggenstraße stehe noch gar nicht an, weil die Grundstücksflächen nicht im Besitz der Stadt seien. „Vom Ankauf der Flächen über die Erschließung bis zum Verkauf vergehen zwei Jahre“, monierte Temming-Hanhoff. Gleichzeitig müsste die Stadt für den Kauf der GEG-Flächen Grundsteuern zahlen, wenn die Gesellschaft komplett liquidiert wird.

Die Stadtverwaltung hingegen beruft sich darauf, dass der Rat schon vor vier Jahren beschlossen hatte, zunächst Wohnbauflächen südlich des Bargloyer Weges zu entwickeln. Der erste Bauabschnitt sei nun nahezu vollständig bebaut, im zweiten Bauabschnitt stünden noch einige Areale zum Verkauf, die Verhandlungen für den Grunderwerb im Bereich des dritten Bauabschnitts sollen kurzfristig abgeschlossen sein, die Entwicklung des vierten Abschnitts erfolge anschließend.

Während Helmut Müller (FDP) das Anliegen von Temming-Hanhoff unterstützte, befürchtete Bernhard Block (CDU) eine Zersiedelung, wenn nun auch noch nördlich des Bargloyer Weges gebaut werden würde. „Möglicherweise finden wir für den Bereich auch gar keine Käufer.“

Deutlich schwerer wiegt in den Augen vieler Ausschussmitglieder allerdings, dass die Verkehrssituation dann noch schwieriger wird. „Die Belastung des Bargloyer Weges ist schon jetzt extrem hoch“, so Wolfgang Sasse (CDU). Es sei höchste Zeit, die Entlastungsstraße zu bauen, denn der Bereich des Bargloyer Weges in Nähe des Westrings entwickle sich immer mehr zum Nadelöhr. Auch ein Fuß- und Fahrradweg sei dringend erforderlich, weil dort immer mehr Autos unterwegs seien.

„Ohne den Kauf der Hofstelle Gier fahren wir uns fest“, betonte Hermann Hitz (UWG). „Wir brauchen einen Erfolg in den Verhandlungen“, sagte auch Sasse. Dem Vernehmen nach soll es in diesem Bereich bald eine Einigung geben. Die Anwälte sind schon lange im Gespräch. Die Tierhaltung des landwirtschaftlichen Hofes gerät nämlich schon bald in Konflikt mit der geplanten Wohnbebauung. Zudem gehören Gier Flächen, die die Stadt kaufen möchte, um weiter zu bauen.

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