Nachfolger gesucht

Beate Schweppe gibt ihre heilpädagogische Praxis „Steps“ in Wildeshausen auf

Beate Schweppe therapiert außergewöhnliche Kinder: Zur Praxis gehört ein mehrere Hundert Quadratmeter großes Rasenstück mit Spielgeräten.
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Beate Schweppe therapiert außergewöhnliche Kinder: Zur Praxis gehört ein mehrere Hundert Quadratmeter großes Rasenstück mit Spielgeräten.

Die Diplom-Heilpädagogin Beate Schweppe gibt ihre Praxis „Steps“ an der Wittekindstraße in Wildeshausen auf. Sie hat sich um außergewöhnliche Kinder gekümmert.

„Am 1. Februar 2022 gehe ich in Rente“, sagt die 63-jährige Beate Schweppe, die unzählige Kinder auf ihrem Weg begleitet hat. Die Mädchen und Jungen, die zu der Heilpädagogin kommen, sind in der Regel außergewöhnlich. Sie können nicht hören, sind autistisch veranlagt, haben körperliche Einschränkungen, sprechen nicht so gut oder können schwer mit anderen Menschen umgehen.

„Wenn nichts mehr geht, fängt alles an“, sagt Schweppe, die mit Leib und Seele Heilpädagogin ist. „Wir gucken nicht negativ auf das Kind, sondern nach seinen Stärken.“ Und die würden dann gefördert, Schritt für Schritt, wie der Name der Praxis andeutet.

Im Bewegungsraum können körperlich eingeschränkte Mädchen und Jungen ihre Fähigkeiten verbessern.

Seit gut zehn Jahren ist die Osnabrückerin als Heilpädagogin in Wildeshausen tätig. Sie übernahm die Praxis 2010 von ihrer schwer erkrankten Vorgängerin Inge Beeskow, die „Steps“ im Jahr 1999 gegründet hatte. An der Wittekindstraße stehen in einem Mehrparteienhaus auf rund 250 Quadratmetern mehrere Zimmer zur Verfügung: der Bewegungs- und der Aktivraum, ein Büro, ein Besprechungsraum sowie ein Lager und sanitäre Anlagen.

Unter den behandelten Kindern ist auch ein Junge aus einer Nachbargemeinde, der erst große Schwierigkeiten im Kindergarten hatte. Er störte den laufenden Betrieb, und die Erzieher hatten Probleme, ihn zu erreichen. Durch die ambulante Therapie in der „Steps“-Praxis habe sich das geändert, berichtete die Mutter im Gespräch mit unserer Zeitung. Mithilfe von Schweppe gelang es, dem, wie sich herausstellte, hochbegabten Jungen bei seinem Sozialverhalten zu helfen. Inzwischen besucht er ein Gymnasium.

Kämpfen für die Rechte von Kindern

Es sind jungen Menschen wie dieser, für die Schweppe kämpft. „Für die Rechte von Kindern“, sagt die Heilpädagogin, die einmal die Woche eine offene Sprechstunde anbietet. Dort können sich Eltern melden, deren Töchter oder Söhne irgendwie auffällig wurden. Anschließend erfolgt in der Regel eine Diagnose durch die Behörden, die dann die Mittel für die Therapie bewilligen.

Und wie geht es weiter? Schweppe will sich ein Wohnmobil kaufen, reisen, den Ruhestand genießen, aber auch Bücher über ihre Arbeit schreiben. Für die Praxis wird ein Nachfolger gesucht. Die Nachfrage sei auf jeden Fall vorhanden. „Der kann sich hier ins gemachte Nest setzen“, verweist die 63-Jährige auf den etablierten Namen von „Steps“ und die bestehenden Verträge mit Kindergärten sowie Ämtern.

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