BBS-Schüler essen Kuchen mit Flüchtlingen und kommen ins Gespräch

Neugier besiegt Schüchternheit

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Afghanische Flüchtlinge kommen beim Kuchen mit BBS-Schülerinnen ins Gespräch.

Wildeshausen - Ein kleiner Junge, etwa sechs Jahre alt, mit einer großen Narbe auf der rechten Wange, die sich hell vom dunklen Teint seiner Haut abzeichnete, schnappte sich Süßigkeiten und Kekse – dann stürmte er mit einem Lächeln davon. Genau wie er freuten sich viele Flüchtlinge am Donnerstagvormittag in der Widukind-Halle in Wildeshausen darüber, dass Lehrer Kuchen gebacken hatten. Beim Essen kamen die Menschen, die in der Halle wohnen, mit etwa 20 BBS-Schülern ins Gespräch.

Es sei erst ein wenig komisch gewesen, meinte Julia Fieweger (21). „Sie guckten uns an und wir sie.“ Aber nach kurzer Zeit überwanden beide Seiten ihre Schüchternheit. Die Twistringerin und ihre Freundinnen fragten die fünf afghanischen Flüchtlinge an einem der Klapptische im Foyer der Widukind-Halle woher sie kommen, wie alt sie sind, wo ihre Familien sind und noch viel mehr.

Die mehrheitlich 16- bis 18-jährigen Afghanen freuten sich über das Interessen, sprachen jedoch kaum Englisch. Sie griffen mit ihren Handys auf Übersetzungsprogramme zurück, um sich verständlich zu machen. Wo das nicht half, gestikulierten beide Seiten.

An den anderen Tischen zeigte sich ein ähnliches Bild. Meistens setzten sich junge BBS-Schülerinnen geschlossen in Cliquen an die Tische, an denen bereits Flüchtlinge Kuchen oder Kekse aßen, und suchten nach kurzer Zeit das Gespräch. An einem der Tische hatte sich zum Beispiel eine Flüchtlingsfamilie mit Baby niedergelassen, die sich angeregt mit jungen Schülerinnen unterhielt.

Zwischendurch eilte immer wieder Englisch-Lehrer Gerd Laing durch den Raum. Der 47-Jährige hatte die Premiere der Kuchenausgabe organisiert. „Setzt euch hin. Versucht, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen!“, motivierte er die Schüler. Nachdem er erfahren habe, dass Flüchtlinge in die Halle kämen, hätte er irgendetwas tun müssen. „Es ist blendend gelaufen“, bilanziert er zum Ende der Pause, als viele zurück in die Klasse mussten. Laing hofft, dass Schüler und Asylbewerber nun wöchentlich beim Kuchen ins Gespräch kommen, aber die Details dafür sind noch nicht geklärt.

bor

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