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„Aktion Tierwohl“ in Hanstedt: Tierheimbau gestartet

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Von: Dierk Rohdenburg

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Auf der Baustelle: Edith Kaminski, Frank Stöver und Anne Grafe-Weibrecht (v.l.).
Auf der Baustelle: Edith Kaminski, Frank Stöver und Anne Grafe-Weibrecht (v.l.). © dr

Wildeshausen – Die Tierschutzgruppe Oldenburg Land möchte im nächsten Sommer die Fundtierverträge mit der Stadt Wildeshausen abschließen. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass das Tierheim in Hanstedt bis dahin fertiggestellt wird.

„Wir wollen die Arbeiten möglichst schon im Februar abschließen“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Anne Grafe-Weibrecht.

Das ist ein ambitioniertes Vorhaben, wie sie weiß. Doch sie ist optimistisch, weil der Verein in den vergangenen Monaten einigen Rückenwind verspürt hat. Da sind die insgesamt 60.000 Euro, die die Tierschützer in drei Teilbeträgen von der Stadt Wildeshausen ausgezahlt bekommen. Ebenso wichtig viel wichtiger ist bei der Umsetzung der Ideen aber die Unterstützung des Deutschen Tierschutzbundes. Der Verband hat für den Bau des neuen Heims 35.000 Euro überwiesen. Aber fast noch wichtiger ist nach Einschätzung von Pressesprecherin Edith Kaminski, dass der Tierschutzbund mit großem Einsatz geholfen hat, das Veterinäramt des Landkreises Oldenburg von dem Projekt zu überzeugen, sodass eine Baugenehmigung erteilt wurde. Der Dachverband ist auch Garant dafür, dass in Wildeshausen alle Vorgaben eingehalten werden. Schließlich müssen die Tierschützer noch eine Betriebsgenehmigung erhalten.

Seit Jahrzehnten kämpft die Gruppe für ein Tierheim

So nah wie jetzt war die Tierschutzgruppe noch nie vor der Verwirklichung ihres Planes. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre hatte es viele potenzielle Standorte gegeben. Manche erwiesen sich dann doch als nicht geeignet, bei anderen gab es Protest aus der Bevölkerung oder das Veto der Politik.

Das aktuelle Projekt des Vereins in Hanstedt kann man salopp als „Aktion Tierwohl“ bezeichnen. Ursprünglich war das Gebäude ein Schweinestall mit Massentierhaltung. Pächter ist Frank Stöver, der vor Ort aber schon lange keine Schweine mehr hält. Er steht voll hinter der Idee der Tierschutzgruppe und engagiert sich beim Umbau der Immobilie. „Das Gebäude ist komplett entkernt“, teilt er mit. Zudem seien Löcher für die Fenster in die Wand geschnitten worden. „Die Stürze werden bald eingebaut“, so Stöver, der berichtet, dass der Boden komplett mit Folie ausgelegt wurde und nun die Dämmung folgt. Anschließend kommen der Estrich sowie die Wände in Leichtbauweise. Beheizt wird das Tierheim später mit Fernwärme aus dem Blockheizkraftwerk von Stövers nebenan liegenden Hof.

Es werden dringend Spenden benötigt

Bislang hatten die Tierschützer für das Projekt, das 40 Fundkatzen sowie 15 Pensionskatzen und Kleintieren ein Zuhause bieten soll, ein Volumen von 190.000 Euro eingeplant. Realistisch ist jedoch eine Steigerung der Baukosten um 20 bis 30 Prozent. „Wir hoffen, dass wir viele Spenden erhalten“, sagt Grafe-Weibrecht. Der Verein benötige sowohl Geld als auch Material. Stöver nennt Beispiele: So würden Boden- und Wandfliesen ebenso benötigt wie Mineralwolle, Styrofoam und Fermacell-Platten. „Wir können zudem später Hilfe bei Maler- und Fliesenarbeiten gebrauchen“, setzt Stöver auf die Initiative von Freiwilligen. Für Spenden kann die Tierschutzgruppe eine Bescheinigung für das Finanzamt ausstellen. Wer helfen kann und möchte, findet die Kontaktdaten auf der Homepage der Tierschutzgruppe (www.tsg-olland.de).  

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