Bau-Ausschuss empfiehlt, Genehmigung für Rückbau zu erteilen

Historisches Gebäude an der Heiligenstraße vor Abriss

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Die Eigentümer wollen dieses historische Haus im Wildeshauser Stadtkern abreißen lassen.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Die mehr als 100-jährige Geschichte eines alten Ackerbürgerhauses an der Heiligenstraße 4 in Wildeshausen steht vor ihrem Ende. Dabei ist es sogar das Elternhaus des Mannes, der es nun abreißen lassen will.

Martin Finkenzeller ist gemeinsam mit Verwandten Eigentümer des Hauses, in dem seine Eltern lebten. Während der Sitzung des Bau-Ausschusses am Dienstagabend betonte er jedoch mehrmals den ruinösen, maroden und für die Öffentlichkeit gefährlichen Zustand des Gebäudes.

„Ich bin emotional mit meinem Elternhaus verbunden“, erklärte er um gleich darauf nüchtern festzustellen, „man muss sich von diesem Haus befreien“. Und zwar mithilfe eines Abrissunternehmens. Dieses stünde schon Gewehr bei Fuß, sagte er und bat um Schnelligkeit.

Dem wollte die CDU offenbar nicht entgegenstehen. Ratsherr Wolfgang Sasse meldete sich als Erster zu Wort: „Die Änderung ist notwendig.“ Allerdings erklärte er Finkenzeller mit Blick auf die UWG-Fraktion, dass von dort noch Widerstand zu erwarten sei.

Wider Erwarten rannte der Mitbesitzer bei Hermann Hitz jedoch offene Türen ein. „Ich tendiere zum Wegnehmen“, sagte der UWG-Ratsherr angesichts des „maroden Zustands“. Ein Neubau müsse aber in das kleinteilige Stadtbild passen, forderte er. Grundsätzlich tue er sich schwer mit dem Abriss, gab er noch zu Protokoll, weil das Gebäude erhaltungswürdig sei und zum Kern der Stadt passe.

Sein Parteifreund Heinrich Spille tat sich offenbar noch ein wenig schwerer als Hitz. Er war der einzige, der gegen den Abriss stimmte.

SPD und Grüne hoben – anders als Spille – den Daumen. „Häuser im Innenstadtbereich abzureißen, ist ein schwieriges Thema“, erklärte Sozialdemokrat Walter Panschar. Dennoch votierte er für den Vortrag von Finkenzeller. „Es ist ein altes Ackerbürgerhaus, aber es entspricht nicht mehr dem heutigen Standard“, hatte auch Traute Sandkuhl (Grüne) ein Einsehen.

Sichtlich erleichtert setzte sich Finkenzeller wieder auf seinen Platz. Wie berichtet, plant er auf der Fläche ein Haus mit drei bis vier Wohnungen und entsprechenden Stellplätzen zu errichten und diese zu vermieten.

Der Ausschuss empfahl auch, dem Plan eines Investors zuzustimmen, der die Gebäude um einen historischen Speicher an der Grünen Straße abreißen will. Auch dort soll ein Mehrfamilienhaus entstehen.

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