„Die Profisorischen“ mit witzigen Showeinlagen

Ein Bass im Glitzerkostüm

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„Basso Profundo“ Björn Oltmann begeisterte stimmlich und optisch im goldenen Helene-Fischer-Glitzer-Kostüm.

Altona - Von Anja Nosthoff. Ob in Frack und Fliege, in Blue Jeans, im Elvis-Outfit oder im Helene-Fischer-Glitzer-Kostüm – „Die Profisorischen“ machten während ihrer Jubiläumskonzerte am Freitag- und Samstagabend in der Festscheune des Hotels „Gut Altona“ immer eine gute Figur. Und das nicht nur optisch. Den jeweils rund 300 Zuschauern bewiesen die Wildeshauser Sänger einmal mehr, dass sie wahre Meister des A-Capella-Gesangs sind.

Die acht Sänger bekamen eine Mischung hin, mit der sie es irgendwie schafften, beim Publikum gleichzeitig Lachtränen und Gänsehaut hervorzurufen. Begeisterte Pfiffe und wiederholter Zwischenapplaus waren die Folgen – vor allem bei besonders groovigen Nummern wie „Billy Jean“ oder „Don’t stop me now“.

Gemeinsam mit dem Publikum feierten die Sänger ein Großereignis – nämlich das 20-jährige Bestehen der „Profisorischen“. Deshalb bauten sie ihr Konzert auch als Querschnitt der Bandgeschichte auf: Von Teil 1 bis 4 arbeiteten sie sich durch Repertoire und Outfits von den Anfängen bis heute vor. Dabei gab es Schlager, Volkslieder und Pop-Hits zu hören – aber stets in einer ganz eigenen „profisorischen“ Variante, für die Fabian Reinke und Matthias Kenkel verantwortlich zeichnen. Auch Eigenkompositionen von Reinke wie „Jungs vom Deich“ und „Mein schöner Norden“ hatten die „Jungs“ im Gepäck.

Für die Anfangszeit der „Profisorischen“ stehen typische A-Capella-Songs im Stile der Comedian Harmonists – gespickt mit einer gehörigen Portion Humor. So sangen die „Profisorischen“ nicht nur vom kleinen, grünen Kaktusund stellten fest „Veronika, der Lenz ist da“, sondern baten – wohl vor allem zur Begeisterung des weiblichen Publikums – auch „Lass mich dein Badewasser schlürfen“.

Zum Repertoire des zweiten Teils gehörten Songs wie „Major Tom“, „Rosanna“ oder „Männer“. Zum Abschluss dieses „Blue-Jeans-Parts“ ging „Basso Profundo“ Björn Oltmann auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Er forderte die Damen aus der ersten Reihe auf: „Hey Baby, probier’s mal mit ‘nem Bass“ – und ließ dabei kein gutes Haar an seinen Tenor- und Bariton-Kollegen.

Daniel Kolloge führte nicht nur gewitzt als Moderator durch den Abend, er sorgte dabei auch für kleine außergewöhnliche Showeinlagen und stellte sich sowie die Bandkollegen Stimme für Stimme per Video und Fotoshow vor. Zwischendurch mogelte sich außerdem sein Freund Rodrigo auf die Leinwand. Diese angebliche „spanische Urlaubsbekanntschaft“ verkörperte natürlich Kolloge selbst – und so führte er mit seinem verkleideten Video-Ich Dialoge, die zu Lachtränen reizten.

Zur Höchstform lief Kolloge außerdem im Song „Schnee von gestern“ im besten Hamburger Slang auf. Nordische Lieder waren sowieso die Spezialität des dritten Konzertteils. Martin Scheffler verzauberte das Publikum mit Reinkes Hit „Jungs vom Deich“ – auch wenn es hieß: „Natürlich hat Fabian etwas übertrieben – wir sind eher Jungs vom Huntedeich, aber trotzdem ganz reinrassige Nordlichter.“ Das unterstrich Reinke noch einmal mit „Mein schöner Norden“, bei dem er selbst den Solopart übernahm und seiner Heimat eine Liebeserklärung machte, die romantischer und sehnsuchtsvoller nicht hätte sein können.

Bei „Billy Jean“ glänzte dann Lutz Lüschen, den Kolloge verschmitzt als „Band-Opa“ outete. Der Tenor erinnerte jedoch nicht nur in Körpergröße und Dynamik an Michael Jackson, Lüschen legte auch stimmlich eine absolute Glanzleistung hin.

Beistand von seinen Bandkollegen benötigte dagegen Detlev Buschenlange, der laut Kolloge ein „Liebestrauma“ aufzuarbeiten hatte und dies mit dem Song „Hässlichstes Mädchen“ tat. Mit seiner leidvoll-dynamischen Performance brachte er das Publikum beinahe zum Schreien.

Doch es kam noch besser, denn zum Ende hin ging es nur noch Schlag auf Schlag: Buschenlange sprang plötzlich als waschechter Elvis Presley mit Perücke und Sonnenbrille auf die Bühne und sang innbrünstig von seinen „Blue Suede Shoes“. Das konnte dann nur noch Oltmann im goldenen Helene-Fischer-Glitzer-Kostüm toppen.

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